Ohne Führerschein, aber mit Cannabis im Blut am Steuer

dzBewährungsstrafe

Einen Führerschein hat der 23-Jährige noch nie besessen. Dennoch hatte er sich im Transportdienst versucht, wollte Pakete zustellen. Dabei setzte er sich auch immer wieder selbst ans Steuer.

Castrop-Rauxel

, 20.06.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Richter kannte den 23-jährigen Angeklagten bereits. Auch der hiesigen Polizei ist der Mann bestens bekannt. Weil er immer wieder hinter dem Steuer erwischt worden ist, obwohl er keinen Führerschein besitzt. Diesmal ging es um zwei Fahrten im November 2018.

In dieser Zeit hatte der 23-Jährige gar ein Transportunternehmen gegründet. Hatte ein Fahrzeug gekauft, um im Paketdienst Geld zu verdienen. Geplant war, dass Freunde das Auto fahren, weil er selbst ja keinen Führerschein besitzt. Doch das funktionierte nicht, immer öfter setzte sich der Angeklagte deshalb selbst ans Steuer. Und wurde prompt erwischt.

Cannabis-Konsum war der Polizei bekannt

“Wir kannten das Fahrzeug bereits“, hatte ein Polizist bei seiner Zeugenaussage vor rund einem Monat erklärt. Und wer das Auto entdeckte, hielt es an. Denn bekannt war auch, dass der Angeklagte regelmäßig Cannabis konsumiert. So war es auch bei den beiden jetzt angeklagten Fällen. „Wir haben es sofort an seinen Augen sehen können, dass er konsumiert hatte“, so eine Polizistin, die bei der Kontrolle in der Pallasstraße dabei war.

Bei dieser Anhörung im Mai fehlte der Angeklagte, wurde aber in Abwesenheit aufgrund der glaubwürdigen Zeugenaussagen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt - er hatte sich bei der Kontrolle vehement gegen eine Kontrolle gewehrt - zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt.

Cannabis als Selbsttherapie

Diesmal ging es um den fehlenden Führerschein bei jener Kontrolle in der Pallasstraße sowie um eine tags drauf in der Recklinghauser Straße.

“Ja, das ist richtig“, bekannte der 23-Jährige unumwunden. Und schilderte ausführlich seine Misere. Er leide an ADHS, was sich durch schnelle Erregbarkeit und Impulsstörungen äußere, dazu konsumiere er regelmäßig Cannabis. Nicht auf Anraten eines Arztes, eher als Selbsttherapie.

Sechs Vorstrafen gibt es bereits. Diebstahl, Körperverletzung und immer wieder Fahren ohne Fahrerlaubnis. Die hat der Angeklagte noch nie besessen. „Ich habe mal eine Fahrschule besucht, sogar die theoretische Prüfung bestanden. Doch zur praktischen Prüfung bin ich nicht gegangen“, gab er zu. Sein Cannabis-Konsum habe ihn abgehalten.

Hilfe vom Vater

Das Unternehmen Paketdienst hat er inzwischen wieder an den Nagel gehängt, die Schulden durch den Autokauf, inzwischen wieder abgegeben, belasten ihn jedoch noch. Da wolle ihm sein Vater helfen, sagte er.

Unter Einbeziehung des Urteils wegen des Widerstands gegen Polizeibeamte, das sechs Monate auf Bewährung betrug, verhängte der Richter nun als Gesamtstrafe eine achtmonatige Bewährungsstrafe. Und gab den dringenden Rat, eine Führerscheinprüfung abzulegen.

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