Bernhard Küster steht am Rammbach: Des meistens ruhige Gewässer begrenzt den Garten des Fröndenbergs. Die Wasserbausteine an der Böschung hatte jedoch ein Unwetter am 4. Juli fortgespült; die meisten konnte der 75-Jährige aus dem Wasser fischen und wieder zurücklegen. © Marcel Drawe
Offene Gärten im Ruhrbogen

Ob Rasen oder Rosen – junge Häuslebauer holen sich gern Gartentipps

Offene Gärten im Ruhrbogen – was so idyllisch klingt, erfreut nicht nur Blumenfreunde: Privatleute, die ihr grünes Reich für die Öffentlichkeit öffnen, begrüßen oft auch junge Häuslebauer.

Die Tage der offenen Gartenpforte dürften sich in diesem Sommer wieder großer Beliebtheit erfreuen. Das Corona-Jahr 2020 ließ keine Gäste in den Privatgärten zu – zum Beispiel in Fröndenberg/Ruhr gibt es jetzt wieder allerhand zu sehen, Tipps zur Gartenpflege für Besucher inklusive.

»Häuslebauer, die ihren Garten anlegen wollen, haben viele Fragen.«

Bernhard Küster

Bernhard Küster gehört zu jenen leidenschaftlichen Hobbygärtnern, die seit Jahren an der Aktion teilnehmen. Der Pensionär findet nach 45 Jahren im Büro in seinem grünen Reich die Erfüllung im Ruhestand.

Wenn er sein Gartenreich am 18. Juli für Interessierte öffnet, wird er auch wieder viele Häuslebauer begrüßen können, die ihren Garten anlegen wollen und sich Tipps erhoffen. „Die haben viele Fragen“, weiß Küster aus Erfahrung.

Gartenanlage selbst konzipiert

Gemeinsam mit seiner Frau Angela hat der 75-Jährige das leicht abschüssige Grundstück hinter dem Zweifamilienhaus selbst konzipiert. Vorausschauend sind daher die Neigungen im Garten so angelegt, dass sie immer von Terrasse und Erdgeschosswohnung wegführen, Wasser also nach unten abfließen kann.

Idylle eines Gartens: Viele versteckte und ruhige Zonen zum Entspannen und Verweilen hat das grüne Reich von Ehepaar Küster. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Geholfen hat diese Topographie erst jüngst beim Starkregen, der sich über der Stadt ergossen hatte. Dafür spülte ein reißender Strom am 4. Juli einen Komposter und eine Bank weg. Küsters haben nämlich das seltene Glück, dass unmittelbar an ihren Garten ein ansonsten zwar schnell, aber meistens in seinem Bett fließender Bach vorbeiplätschert – es ist die viel zitierte Oase, die sich hier tatsächlich findet.

Die Böschung auf der Gartenseite hat Bernhard Küster mit Wasserbausteinen ausgekleidet, die nicht ausgewaschen werden oder zerbröseln können – die Fluten nach dem Extremregen haben viele Steine aber bis zum übernächsten Grundstück mitgerissen.

Mit Liebe fürs Detail: Bernhard Küster werkelt gern mit Eichenholz. Seine zweite Leidenschaft gilt der Pflege seines akkuraten Rasens. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

„Unsere naturnahe Zone“ nennt Küster den Platz am Bach, der etwas tiefer als der restliche Garten liegt und mit diesem durch einen fein gepflasterten Pfad verbunden ist. Bewusst ganz ohne Stufen – auch im Alter kämen er und seine Frau daher barrierefrei an einen ihrer Lieblingsorte.

Küsters Garten besticht nicht nur durch die harmonischen Proportionen, die hier alles hat – Rabatten und Rosenbögen, ein kleiner, von einem Rinnsal gespeister Teich und die Rasenfläche sind perfekt aufeinander abgestimmt.

„Wie in Wimbledon“, dürften viele Besucher denken, die den akkurat geschnittenen Rasen in Bernhard Küsters Garten bestaunen. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Auch das Grün beeindruckt nachhaltig: ein englischer Rasen wie in Wimbledon. Für Rasenschnitt und -pflege hat Bernhard Küster ein besonderes Faible. Ein paar Tricks und Kniffe, wie man die Halme so akkurat zu stehen bekommt, verrät er allen Besuchern gern – wissen will es ohnehin jeder.

Tipps für die Pflege eines „englischen Rasens“

Nicht zu kurz dürfe er gemäht werden, dann blieben Flugsamen anderer Pflanzen an der Halmspitze hängen und könnten nicht in die Erde eindringen. Außerdem trocknet der Rasen nicht aus, „er beschattet sich dadurch selbst“, erklärt Küster.

Nach Regengüssen solle man Rasenflächen tunlichst nicht betreten: Man bekomme nicht nur nasse Füße, jeder Tritt verdichte die Krume unnötig. „Es kommt dann keine Luft mehr an den Rasen.“

Als Autodidakt hat Bernhard Küster das Veredeln von Rosen gelernt. Besuchern bei der Aktion „Offene Gärten im Ruhrbogen“ hilft er gern weiter. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

»Es ist alles im Saft, wir hatten in diesem Jahr einen viel besseren Wuchs.«

Bernhard Küster

Auch wer Rosenstöcke in seinem Garten anlegen will, erhält bei Bernhard Küster wertvolle Tipps: Er veredelt die Blume nämlich sogar selbst. „999 von tausend Versuchen gehen in die Hose“, habe ihm ein Rosenzüchter gesagt – Bernhard Küster ist geduldig und hat damit Erfolg.

Hitze und viel Regen im Wechsel taten gut

Gegen die extrem tiefen Temperaturen in diesem Winter habe er aber auch nichts ausrichten können: Einige Stöcke sind ihm verfroren, dienen aber teilweise jetzt als Halt für andere Stauden wie den Rittersporn.

Extreme Wetterereignisse hat nicht nur der Garten der Küsters in diesem Jahr erlebt. Dennoch gedeihe alles bestens. „Es ist alles im Saft, wir hatten in diesem Jahr einen viel besseren Wuchs“, beobachtete Bernhard Küster. Viele heiße Tage und viel Regen im Wechsel hätten den Pflanzen offenbar gefallen.

Romantischer und naturnaher Garten am Rammbach

Bernhard Küster

Auf dem Brennen 61

58730 Fröndenberg/Ruhr

Sonntag, 18. Juli, 11 bis 18 Uhr
Alle Termine der Aktion unter www.gaerten-im-ruhrbogen.de

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Marcus Land

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