Neulich auf der A 42: Geschichten vom Rastplatz

CASTROP-RAUXEL Wer hält eigentlich warum auf einem Autobahn-Rastplatz in Castrop-Rauxel an? Und was macht er dort? Am Wochenende haben wir auf dem Rastplatz „Holthauser Bruch“ an der A 42 einfach einmal nachgeschaut.

von Daniel Sczekalla

, 21.07.2008, 12:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Rastplatz "Holthauser Bruch" an der A42.

Der Rastplatz "Holthauser Bruch" an der A42.

Während die einen sich eine Pause von den Pedalen nehmen, wechselt manch einer einfach das Vehikel. Christoph Brzeninski ist Fernfahrer und kommt aus Polen. Da er durch die Arbeit nicht die Möglichkeit hat, viel Sport zu treiben, führt er bei längeren Touren immer ein kleines Fahrrad mit. „Das ist besser als einfach nur zu laufen“, sagt der 50-Jährige und dreht ein paar Runden auf dem Parkplatz. Mit seiner Ladung aus den Niederlanden ist er Richtung Frankfurt unterwegs. Danach geht es weiter nach Italien. Nicht jeder hat natürlich eine solche lange Fahrt vor sich. Die meisten nutzen den Parkplatz für einen kurzen Gang zur Toilette oder rauchen eine Zigarette. Das stille Örtchen ist zwar keine Augenweide, doch sauber. Nur das Waschbecken funktioniert nicht. Wenigsten finden sich keine Schmierereien an den Wänden. Am nächsten Morgen finden sich schon mehr Besucher auf dem Parkplatz ein. „Hier müsste allerdings mal gemäht werden“, sagt der Vater einer vierköpfigen Familie beim Frühstück. Die Bänke und Tische aus rostfreiem Stahl wirken zwar neu, stehen aber im hohen Gras und sorgen so für nasse Füße.

Die Familie aus Kleve ist Richtung Sauerland unterwegs, um ein bisschen Urlaub zu machen. Hartgekochte Eier, Kaffee und belegte Brote haben sie sich mitgebracht. „Ein Frühstück an einer Raststätte kann man sich mit einer großen Familie doch fast gar nicht mehr leisten“, sagt die Mutter, „da ist man dann gleich seine 40 bis 50 Euro los.“ Die Kinder nehmen es gelassen und haben auch ohne Spielplatz ihren Spaß. Sie flitzen mit Tretrollern über die Pflastersteine. Egal ob aus Viersen Richtung Hamm, aus Wesel Richtung Hamburg – der Parkplatz ist für einen kurzen Halt gut genug. „Do you speak English?“, fragt ein junger Mann aus den Niederlanden. Sein Freund und er sind unterwegs nach Meppen und wollen wissen, ob sie hier richtig sind. Ein Blick auf die Karte bringt die ernüchternde Antwort. Umsonst war der Halt trotzdem nicht, wenigstens ist so der Gang zur Toilette erledigt.

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