Jan Hagedorn ist der neue Leiter der Cottenburg-Grundschule. © privat
Grundschule

Neuer Schulleiter lernt „seine“ Schüler an der Bushaltestelle kennen

Die Cottenburgschule hat einen neuen Schulleiter. Jan Hagedorn (32) hat am ersten Schultag nach dem Corona-Lockdown viele Eltern persönlich begrüßt. Und zwar an der Bushaltestelle.

Mitten im Lockdown hat Jan Hagedorn (32) seine neue Stelle als Leiter der Cottenburgschule angetreten. „Eine merkwürdige Situation“, sagt er. Mit dem Kollegium hat er sich in Einzelgesprächen bereits während des Lockdowns getroffen. Die Schüler konnten ihn am ersten Schultag am Montag (22.2.) erstmals sehen. Viele von ihnen traf er bereits morgens mit ihren Eltern an der Bushaltestelle.

Jan Hagedorn hat bis Ende Januar an der Freiligrathschule in Dortmund-Bövinghausen als Konrektor gearbeitet. Am 1. Februar wechselte er an die Cottenburgschule auf Schwerin. Er hat evangelische Religion, Deutsch und Mathematik studiert. Das sind auch seine Schwerpunkte im Unterricht. Die Arbeit mit Kindern auf der einen Seite, die Organisation einer Schule auf der anderen Seite reizt ihn, erzählt er im Gespräch.

Für den Neustart bedeutete das einiges an Aufgaben. Die Klassen werden halbiert und lernen im Wechselunterricht. Tageweise wird gewechselt. Auf dem Schulhof sind Sammelpunkte markiert. 64 Kinder kommen morgens mit dem Schulbus aus Merklinde zur Cottenburgschule. Für sie wurde jetzt ein zweiter Bus organisiert.

Kinder werden jahrgangsweise auf die Busse verteilt

Die 32 Kinder, die jeden Tag zur Schule kommen, werden jahrgangsweise auf die beiden Busse verteilt, die gleichzeitig morgens und mittags losfahren. „So mischen sich die Kinder nicht gleich wieder nach dem Unterricht“, sagt Jan Hagedorn.

Am Montag hat er gar nicht erst die Ankunft der Kinder erwartet, sondern ist ihnen im wahrsten Sinne des Wortes entgegengekommen. Zusammen mit der Schulsozialarbeiterin ist Jan Hagedorn zur Bushaltestelle nach Merklinde gefahren und hat dort den wartenden Kindern und Eltern die neuen Regeln erklärt. Da konnte ihn zumindest ein Teil der Eltern kennenlernen.

Die Corona-Pandemie mit ihren Maßnahmen beschäftigt den neuen Schulleiter. Aber es sind andere Inhalte, die er in Zukunft nach vorne bringen will. „Soziales Lernen“, so erzählt er, sei bereits ein wichtiger Schwerpunkt in der Cottenburgschule. „Diesen Weg will ich begleiten“, sagt er. Wie geht man miteinander um? Wie verhält man sich im Unterricht und auf dem Schulhof? Das seien hier die wichtigen Themen.

Sport, Bewegung, soziales Lernen sind Schulleiter wichtig

„Die Schule ist sportmäßig gut aufgestellt“, sagt Jan Hagedorn. Es gibt Schul-und Bewegungsprojekte für die 211 Cottenburgschüler. „Sport, Bewegung, soziales Lernen sind Voraussetzungen, dass gut gelernt werden kann“, sagt der Schulleiter.

Es gibt noch mehr Punkte: Themenkisten im Sachunterricht, ein Konzept für die Erstförderung von Kindern, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, und individuelles Lernen. Hier biete gerade der Distanzunterricht Möglichkeiten, Kinder passgenau Aufgaben zu geben.

Judotrainer für Jüngere und Jugendbetreuer in der Kirchengemeinde

22 Kollegen arbeiten an der Schule, die in drei Jahrgängen zweizügig ist. Im 3. Jahrgang gibt es drei Klassen. Auch zum kommenden Schuljahr wird es eine dritte Eingangsklasse geben, da die Anmeldezahlen in Castrop-Rauxel stark gestiegen sind.

Ein Mann als Lehrer an einer Grundschule ist nicht so häufig. An seiner neuen Schule allerdings ist Jan Hagedorn bereits der dritte Mann im Team.

Jüngere Kinder zu unterrichten, das hat er schon vor seinem Studium gemacht. Hagedorn, der verheiratet und Vater einer kleinen Tochter ist, hat sich früher bereits im Sport engagiert und Jüngere im Judo trainiert. Auch in seiner Kirchengemeinde leitete er Jugendgruppen.

Nach einem Praktikum in der Grundschule stand der Berufswunsch fest. „Das, was ich eh schon machte, wollte ich auch beruflich machen“, erzählt er. Und fügt hinzu: „Ich habe es an keinem Tag bereut.“

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Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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