Fahrlehrer Andreas Bigge vor seiner Fahrschule in Ickern. © Jonas Hildebrandt
Fahrschule

Neuer Besitzer für alteingesessene Castrop-Rauxeler Fahrschule

Die ehemalige Fahrschule Müller im Castrop-Rauxeler Norden hat einen neuen Besitzer. Für den 45-Jährigen ist es die erste Erfahrung als Selbstständiger - in diesem Beruf.

Für Andreas Bigge ist es eine Premiere: Zum ersten Mal führt der 45-jährige Fahrlehrer eine eigene Fahrschule. Übernommen hat er die ehemalige Fahrschule Müller an der Ickerner Straße 16.

Andreas Bigge brennt für seinen Beruf, den er erst seit 2016 ausübt. Zuvor musste er seinen Job als Schreiner aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. „Fahrlehrer ist ein geiler Job“, sagt er. Ihm gefällt vor allem, die Entwicklung verschiedenster Leute hin zu einem Erfolgserlebnis miterleben zu können. Deswegen fiebere er auch in den Prüfungen innerlich immer mit.

Bürokratische Hürden

Nach der Übernahme will er vieles von seinem Vorgänger beibehalten. „Wände streichen und modernisieren“ stehe an, sonst „bleibt alles beim Alten“, teilt er mit. Vorbesitzer Manfred Müller kennt er persönlich. Im März dieses Jahres schlug Müller Bigge vor, sich selbstständig zu machen. Er ergriff die Gelegenheit und übernahm Müllers Fahrschule, die am 1.6.2021 zur Fahrschule Andreas Bigge wurde.

Obwohl sich für die Kunden fast nichts ändert, trifft Bigge auf einige Hindernisse bei der Übernahme der Fahrschule. Vor allem die bürokratischen Hürden machen ihm zu schaffen. „Ich muss mit jedem einzelnen Fahrschüler einen Fahrschulwechsel machen“, klagt er.

Keine Online-Theoriestunden

In Bezug auf die Gestaltung des Unterrichts hält es Bigge eher altmodisch. Denn wie sein Vorgänger möchte Bigge Theoriestunden ausschließlich in Präsenz anbieten. Gerade in Corona-Zeiten geht der Trend eher hin zum Onlineunterricht. Präsenzstunden waren lange gar nicht mehr möglich.

Doch Bigge glaubt an die Vorteile des klassischen Modells. „Andere Fahrschulen haben dann 60 Leute in ihren Sitzungen, die wollen dann auch alle auf einen Schlag Fahrstunden haben“, erklärt er.

Durch den begrenzten Zugang zu seinen Theoriestunden in Präsenz könne er hingegen jedem Fahrschüler ermöglichen, direkt im Anschluss an die Theorie auch Fahrstunden zu nehmen. Außerdem sei es in Präsenz einfacher sicherzustellen, dass alle Schüler auch konzentriert dabei sind. Für ihn ist der Präsenzunterricht „auch in der Zukunft nicht zu ersetzen.“

Der Theorieunterricht findet ausschließlich in Präsenz statt.
Der Theorieunterricht findet ausschließlich in Präsenz statt. © Jonas Hildebrandt © Jonas Hildebrandt

Generell ist ihm das persönliche Verhältnis zu seinen Schüler wichtig. Er duze sie und versuche, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Probleme versucht er ruhig und freundschaftlich zu lösen. „Ich bin kein Schreihals“, sagt er lachend.


Lange Wartezeiten auf Prüfungen

Wer als Fahrschüler in der Fahrschule Bigge anfangen will, geht idealerweise am Büro in der Ickerner Straße 16 vorbei. Möglich ist das montags und donnerstags zwischen 18 und 19.30 Uhr. Alternativ kann man den Fahrlehrer auch unter 02305 73259 erreichen.

Bigges Schüler müssen aktuell länger auf Prüfungen warten, vor allem auf die praktischen, die TÜV-Ingenieure abnehmen. „Praxis ist mit langen Wartezeiten verbunden“, bestätigt Bigge. Das liegt vor allem daran, dass durch Corona der Betrieb monatelang pausieren musste.

Andreas Bigge hofft auf eine baldige Normalisierung der Situation und einen Wegfall der Wartezeiten, bittet aber auch um Verständnis. Denn mit einem „normalen“ Betrieb rechnet er erst wieder im nächsten Jahr.

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