Nächster Warnstreik: Castrop-Rauxeler Bus-Verkehr am Montag betroffen

dzÖPNV

Die Gewerkschaft Verdi hat für Montag (19.10.) wieder zum Warnstreik im Öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. In Castrop-Rauxel sind diesmal aber nicht alle Busse betroffen.

Castrop-Rauxel

, 16.10.2020, 14:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum wiederholten Male hat die Gewerkschaft Verdi für kommenden Montag (19.10.) zum Streik im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Allerdings würden diesmal nicht alle Busse bestreikt, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens von Freitag.

Castrop-Rauxeler Bus-Fahrgäste haben deshalb offenbar Glück im Unglück: Sowohl die Busse der Bogestra als auch die der Dortmunder Stadtwerke (DSW21) sollen der Mitteilung zufolge fahren; auch das Kundencenter der DSW21 soll geöffnet bleiben, teilte das Unternehmen mit.

Die Busse der beiden anderen Verkehrsgesellschaften, die in Castrop-Rauxel unterwegs sind, der HCR und der Vestischen, bleiben dagegen in den Depots. Bei der Vestischen hieß es zur Begründung, unter anderem werde die Leitstelle des Nahverkehrsunternehmens aus Herten bestreikt, sodass das Unternehmen keine andere Möglichkeit habe, als den kompletten Busverkehr stillzulegen.

Bei HCR und der Vestischen sind auch Kundencenter geschlossen

Die HCR teilte auf ihrer Homepage lapidar mit, dass wegen des Warnstreiks „auch unsere Busse das Depot nicht verlassen“ können, „so dass wir Sie an diesem Tag leider nicht befördern können“. Auch die Kundencenter bleiben demnach geschlossen.

Sowohl die Vestische als auch die HCR wiesen darauf hin, dass weitere Streiktage nicht ausgeschlossen seien. Falls nicht weiter gestreikt werde, werde der Busverkehr ab Betriebsbeginn am Dienstag (20.10.) wieder normal laufen.

Gegenstand des Tarifkonflikts mit bundesweit ungefähr 130 ÖPNV-Unternehmen sind neben den Tarifsteigerungen umfangreiche Forderungen zu den jetzigen Arbeitsbedingungen für die rund 30.000 Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr.

Hintergrund der Tarifstreiks

Die Gewerkschaft Verdi fordert unter anderem deutliche Verbesserungen bei den Arbeitszeitregelungen und der Eingruppierung, von denen insbesondere die Beschäftigten im Fahrdienst (also Bus- und Straßenbahnfahrer) betroffen sind.

Diese umfassen auch die Forderung zur Abschaffung der Entgeltgruppe 5a, die im Zuge der Restrukturierung des öffentlichen Personennahverkehrs im Jahr 2010 für das neueingestellte Fahrpersonal eingeführt wurde.

Weiterhin umfassen die Forderungen eine Neuregelung der maximalen Dienstlängen im Fahrdienst. Statt der bisherigen 12 Stunden sollen diese auf 10 Stunden reduziert werden. Ferner sollen die Ruhezeiten der Fahrer nach Schichtende erhöht und Zeitzuschläge bei der Bezahlung erhöht werden.

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