Am Baumkreis werden sich Castrop-Rauxeler Bürger am Sonntag (15.8.) zu einer Mahnwache treffen. © Nora Varga
10+1 Bäume

Nach Vandalismus: Integrationsrat ruft zu Mahnwache an Gedenkstätte auf

Der Integrationsrat reagiert auf den Vandalismus an der Gedenkstätte im Goldschmiedingpark. Jetzt ruft er zu einer Mahnwache auf. Das soll aber nicht die einzige Aktion bleiben.

Die Gedenkstätte „10 + 1 Bäume für die Opfer rassistischen Terrors“ wurde am Wochenende (7./8.8.) Opfer von Vandalismus. Bäume wurden mutwillig beschädigt oder sogar zerstört. Der Integrationsrat hat schnell reagiert. Bei einem Treffen am Donnerstagabend wurden lange diskutiert und geplant. Als erstes wird es eine Mahnwache geben. Weitere Aktionen sollen folgen.

„Wir rufen alle Bürger auf, sich zu beteiligen“, sagt die Vorsitzende Aysel Cetin. Auch die Politik hat sie informiert und bereits viele Zusagen bekommen. Treffpunkt für die Mahnwache ist am Sonntag (15.8.) um 12 Uhr die Gedenkstätte im Goldschmieding-Park. Hier wird an die zehn NSU-Opfer und an alle Opfer rassistischen Terrors erinnert.

„Wir wollen langfristig für das Thema sensibilisieren“, sagt Aysel Cetin. So wird über eine Spendenaktion nachgedacht, um die Bäume zu finanzieren. Das solle vor allem einen symbolischen Wert haben. Schließlich hat die Stadt schon erklärt, die Bäume ersetzen zu wollen.

Fraktionen im Rat wollen den Wiederaufbau unterstützen

Aber auch Projekte mit Schulklassen sind denkbar, sagt die Vorsitzende des Integrationsrates, auf dessen Initiative die Gedenkstätte entstand. „Wir wollen deutlich Zeichen setzen und uns nicht zurückziehen.“

Auch die Politik hat reagiert. Die Fraktionen im Rat von SPD, CDU, Grünen, FDP, FWI, Linke und Die Fraktion verurteilen „den Anschlag auf das Mahnmal“. Dies sei kein „Kavaliersdelikt“. In einer gemeinsamen Presseerklärung heißt es: „Die Fraktionen sehen in dieser Zerstörung des Mahnmals einen gezielten Angriff auf die demokratischen Grundwerte der Stadtgesellschaft.“

Sie sichern zudem zu, den Wiederaufbau unterstützen zu wollen. Es gebe bereits Zusagen von Privatpersonen und Unternehmen, neue Bäume zu spenden. „Den zügigen Wiederaufbau wollen die Fraktionen in enger Abstimmung mit dem Integrationsrat und der Verwaltung koordinieren“, heißt es in der Pressemitteilung. Erst im März war die Gedenkstätte eingeweiht worden.

Für den Integrationsrat wird die Mahnwache zur ersten großen Aktion, seit er sich nach den Kommunalwahlen neu aufgestellt hat. „Wir wollen deutliche Präsenz zeigen und darüber informieren, was der Integrationsrat ist“, sagt Aysel Celin. Gerade geht es vor allem noch, das Netzwerk auszubauen. Präsent ist man demnächst auch bei Bürgersprechstunden in Habinghorst. Aysel Celin verspricht: „Von uns ist mehr zu erwarten als in der Vergangenheit.“

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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