Nach Protesten: Neue Bauarbeiten vor der Elisabethschule beschlossen

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Erst vor kurzem wurde an der Christinenstraße vor der Elisabethschule gearbeitet. Doch mit dem Ergebnis waren Anwohner und Experten unzufrieden. Nun wird nachgebessert. Billig ist das nicht.

Obercastrop

, 23.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über kaum eine Stelle im Straßenverkehr wird seit Wochen so viel diskutiert wie über die Christinenstraße: eine Tempo-30-Zone in Obercastrop. Der EUV hatte die Straße vor einigen Monaten umgebaut. Um den Einsatz von langen Gelenkbussen zu ermöglichen, verschwanden zwei Mittelinseln zugunsten einer Aufpflasterung vor der Elisabethschule.

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Das führte zu großen Protesten und zu gefährlichen Momenten vor allem im Schulverkehr am Morgen. Das jedenfalls berichten übereinstimmend Anwohner, die Schule, Politiker und Fachleute aus Verwaltung und EUV, die vor Ort den Verkehr mehrfach beobachtet haben.

Querungshilfen verschwanden im vergangenen Jahr

Daraus resultierte nun ein gemeinsamer Antrag von Grünen, FWI und Linken: Sie fordern darin die Anlage eines Zebrastreifens auf dem neuen Huckel zusammen mit einer Beleuchtung an selber Stelle. Ergebnis am Ende der Sitzung des Betriebsausschusses 1 von Mittwochabend: Es wird dort noch einmal umgebaut. Die Kosten liegen bei rund 30.000 Euro.

Verkehrsplaner Achim Waldert erläuterte, dass die Auspflasterung 2019 vom EUV ersatzweise für zwei Querungshilfen gebaut worden sei. Das sorgte für viel Protest, doch sie mussten weg, damit auf der Buslinie auch ein Gelenkbus eingesetzt werden kann.

Waldert weiter: „Nach der Fertigstellung haben wir festgestellt, dass die Kinder morgens Schwierigkeiten haben, die Straße zu überqueren, weil andere Eltern die Kinder bringen.“ Man habe sich das häufiger vor Ort angesehen, vor allem morgens zu Schulbeginn und mittags zum Unterrichts-Ende an der Elisabethschule, und sei zu dem Ergebnis gekommen, „dass wir einschreiten müssen“.

Polizei, EUV, Planer, Ordnungsamt und Schule einbezogen

Fachleute von Polizei, EUV, Verkehrsplanung und Ordnungsamt hätten darum gemeinsam mit der Schule beschlossen, zu prüfen, einen Zebrastreifen anzulegen. „Das ist erfolgt. Wir haben dann den EUV um Prüfung gebeten, wie teuer das wird“, so Waldert.

EUV-Chef Michael Werner erklärte, man müsse zwei Lampen aufstellen und brauche in der 30er-Zone 100 Meter Vorlaufstrecke für den Überweg. Der Umbau koste knapp 30.000 Euro. Er sagte aber auch: „Ich gebe zu bedenken, dass es vergleichbare Fälle an anderen Grundschulen geben könnte.“

Dennoch sei man sich mit der Verwaltung einig, „dass wir das machen“. Nils Bettinger (FDP) sagte: „Wir haben an der Waldenburger Straße zur Schulwegsicherung sogar schon einen viel teureren Kreisverkehr gebaut.“

Karl-Heinz Hülsmann, Obercastroper und Anwohner am Zehntfeld, kam extra in die Ausschusssitzung. Er war froh über das Ergebnis: „Das mit dem Zebrastreifen ist erst einmal eine gute Lösung. Denn es ist wirklich gefährlich!“, sagte er.

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Elternhaltestellen: Warum werden sie wenig genutzt?

  • Das Thema Schulwegsicherheit wolle man in der nächsten Runde politisch noch mal beraten. Darauf einigte sich der Fachausschuss.
  • Dann auch mit Ergebnissen einer Befragung der Stadt an fünf Schulen, an denen es Elternhaltestellen gibt.
  • Die liegen ein paar Meter abseits der Hauptverkehrsstrecke an den Schulen und sollen dort ein sicheres Ein- und Aussteigen gewährleisten. „Sie werden aber nicht so stark genutzt“, so Waldert. Man wolle nun herausfinden, woran das liegt.
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