Nach Herner Kobra-Drama legt die NRW-Regierung jetzt ein Gifttiergesetz vor

dzGiftige Tiere

Eine giftige Kobra entwischte im August in Herne. Das Drama hielt die Stadt tagelang in Atem. Castrop-Rauxeler spürten sie auf. Jetzt hat die NRW-Regierung ein Gesetz vorgelegt. Das steht drin.

von dpa

Castrop-Rauxel

, 01.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Als Konsequenz aus dem Giftschlangen-Drama von Herne soll die private Haltung von besonders giftigen Tieren in Nordrhein-Westfalen weitgehend verboten werden. Das sieht der Entwurf für ein Gifttiergesetz vor, den die NRW-Landesregierung vergangene Woche verabschiedet hat.

Straffällig schon durch Kauf tödlicher Tiere

Privatpersonen machen sich demnach strafbar, wenn sie sich künftig bestimmte Arten von Giftschlangen, Skorpionen und Webspinnen anschaffen, deren Bisse oder Stiche tödlich sein können. Wer solche gefährlichen Tiere nach Inkrafttreten des Gesetzes noch hält, muss das melden sowie seine Zuverlässigkeit und den Abschluss einer Haftpflichtversicherung nachweisen.

Zoos und Hochschuleinrichtungen dürfen Gifttiere dagegen weiter halten, ebenso Einrichtungen mit behördlicher Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz. Dazu gehört der gewerbliche Tierhandel.

Land trägt die Kosten für den Abtransport

Wenn Halter ihre gefährlichen Reptilien oder Spinnen abgeben möchten, übernehmen qualifizierte Experten den Transport und die dauerhafte artgerechte Unterbringung. Die Kosten soll das Land tragen.

„Besonders giftige Tiere gehören grundsätzlich nicht in private Hände“, erklärte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU). „Immer wieder entwischen Tiere und werden damit zu einer Gefahr für Menschen.“ In der Folge müssten die Behörden aufwendige Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Suche nach den giftigen Tieren ergreifen - oft auf Kosten der Allgemeinheit.

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Im August hielt eine entwischte hochgiftige Monokel-Kobra in Herne im Ruhrgebiet Anwohner fast eine Woche in Atem. Die Giftschlange war im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses gesichtet worden und dann verschwunden. 30 Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen.

Schließlich wurde die Kobra hinter dem Haus von einem Mitarbeiter des EUV-Stadtbetriebs aufgespürt und von einem Schlangen-Fachmann eingefangen.

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