Vodafone-Kunden in Castrop-Rauxel klagen über Störungen. Haben wirklich Haushaltsgeräte wie alte Fernseher, Babyphones und Mikrowellen damit zu tun? © picture alliance/dpa/dpa-tmn
Störungsmeldungen

Nach behobener Vodafone-Großstörung: Nun stören Mikrowellen und Babyphones

Vodafone-Kunden in Castrop-Rauxel sind verärgert über Internetstörungen. Wir haben beim Unternehmen nachgefragt, wo die Probleme liegen. Wir erhielten eine erstaunliche Antwort.

Es ist ärgerlich, wenn das Internet streikt. Es ist besonders ärgerlich, wenn man sich gerade für einen Studienplatz bewerben will, schon so gut wie alles online ausgefüllt hat, die Bewerbung nur noch abschicken muss – und dann plötzlich die Leitung unterbrochen ist. So geschehen ist das im Haushalt der Familie Weiß in Castrop-Rauxel.

Vater Mark Weiß sagt: „Meine Familie ist so verärgert, wir haben jetzt gekündigt.“ Familie Weiß war von der Internetstörung betroffen, die am vergangenen Dienstagabend (6. Juli) von Vodafone behoben wurde. So wie rund 40.000 Haushalte in Castrop-Rauxel und Dortmund.

Aber auch davor und danach habe es immer wieder Ausfälle gegeben. In Zeiten des Lockdowns war es für die Tochter, die in der siebten Klasse ist, besonders schwierig. Die Ehefrau von Mark Weiß musste teilweise auf die mobilen Daten des Smartphones zurückgreifen, wenn sie im Homeoffice arbeitete.

Technisch soll das Problem behoben sein

Und was war der Grund für diese Probleme? Ein defektes Bauteil. Das sei inzwischen ausgetauscht, sagt Vodafone-Sprecher Volker Petendorf. Er bestätigt: „Leitungstechnisch ist alles in Ordnung. Die Modems sind online.“

Der Anbieter hatte reichlich Druck. Denn Mark Weiß war nicht der einzige Vodafone-Kunde aus Castrop-Rauxel, der sich nach einem Facebook-Aufruf unserer Redaktion bei uns gemeldet hat. Viele weitere Leser waren von der Großstörung betroffen. Und die sollen auch noch nicht alle behoben sein, sagen Kunden.

„Ich werde dem Kundenservice mitteilen, dass sie sich nochmal mit den Familien in Verbindung setzen sollen“, verspricht Volker Petendorf.

Einer der häufigsten Gründe für Störungen laut Vodafone

Zwei andere Haushalte, die sich bei uns meldeten, haben Internetprobleme, die nicht mit der Störung am Wochenende zusammenhängen. Eine der Erklärungen des Vodafone-Sprechers klingt beinahe unglaublich, sei aber „einer der häufigsten Gründe für Internetstörungen in Deutschland“.

Ein Haushalt im Stadtteil Bladenhorst meldete sich bei uns, weil er seit vergangenen Montag (5. Juli) von einer Störung betroffen sei. Der Kundenservice sei wenig hilfreich. Volker Petendorf vermutet, dass ein Babyphone, ein alter Röhrenfernseher oder eine Mikrowelle hinter dem Problem steckt. Die Geräte stören wohl die Frequenz.

Im Bladenhorster Fall seien auch „ein paar Nachbarn“ gestört worden. Inzwischen sei die Störquelle aber verschwunden, sagt der Vodafone-Sprecher.

„Die Familie hätte da gar nichts machen können“, sagt Volker Petendorf. Den Verursacher, also die Störquelle zu finden, sei Aufgabe von Vodafone. „Wir gehen dann Segment für Segment durch. Das kann Tage oder Wochen dauern.“

Die Störquelle sei aber recht schwach gewesen. Den Verursachern sei es in der Regel gar nicht bewusst, was ihr Gerät für Auswirkungen hat.

Nicht in der EU zugelassene Babyphones seien oft ein Auslöser. Oder Elektrogeräte, die „kurz davor sind, den Geist aufzugeben“, meint der Vodafone-Sprecher.

Austausch des Straßenverstärkers

Im vierten Fall seien die Internetprobleme auf einen defekten Straßenverstärker zurückzuführen, aber auch dieses Problem sei seit 11. Juli gelöst. Bianca Kipnich-Lucke sagt, dass die Probleme bereits am 16. Juni begonnen hätten. „Da habe ich die Störung gemeldet.“

Über den Stand der Bearbeitung sei sie über SMS informiert worden. So habe sie erfahren, dass kein Techniker zu ihr kommen müsse, das Problem also woanders bestehen muss.

Dass der Defekt behoben sei, darüber wurde sei sie jedoch nicht in Kenntnis gesetzt worden. Der Vodafone-Sprecher dazu: „Wir führen nach einer Störung stichprobenartige Anrufe durch.“ Wenn 600 Haushalte betroffen seien, würde man zehn anrufen. „Der Kunde meldet sich bestimmt nochmal, wenn es doch nicht funktionieren sollte.“

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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