Der Angeklagte Ralf H. zwischen seinen beiden Verteidigern. © Jörn Hartwich
Mordprozess

Mordfall Schalla: Regen machte Spurensicherung am Tatort schwierig

Nach dem Mord an der Dortmunder Schülerin Nicole-Denise Schalla vor 27 Jahren mussten die Spurensicherer der Polizei von ihrem Standard-Programm abweichen.

Im Prozess um den Mord an der Dortmunder Schülerin Nicole-Denise Schalla ist am Dienstag (6.10.) bekannt geworden, dass die Spurensicherung vor 27 Jahren nicht wie üblich abgelaufen ist. Grund war der Regen.

Nach Angaben eines Dortmunder Polizeibeamten werden Leichen normalerweise schon am Tatort mit Folien abgeklebt, um winzige Haut- und Faserspuren oder auch Haare zu sichern.

Erst getrocknet, dann abgeklebt

Im Fall der 16-jährigen Dortmunder Schülerin war das jedoch offenbar nicht möglich. Ihr Leichnam wurde abtransportiert, getrocknet und erst dann abgeklebt. Möglicherweise, so der Beamte, weil die Folien ansonsten gar nicht gehaftet hätten.

Ob auf dem Weg in die Rechtsmedizin Spuren verloren gegangen sind, lässt sich nicht sagen. Gefunden wurde später jedoch eine Hautschuppe, deren DNA die Ermittler zum Angeklagten Ralf H. aus Castrop-Rauxel führten. Der 55-Jährige soll Nicole-Denise Schalla in der Nacht auf den 15. Oktober 1993 verfolgt und ermordet haben – was er bestreitet.

Mit der Fußspitze vor die Hüfte getreten

Ein Müllarbeiter war damals einer der ersten, der die Leiche entdeckt hatte. „Mein Kollege hat erst gedacht, dass ist eine Puppe“, sagte der inzwischen 81-Jährige den Richtern am Dortmunder Schwurgericht.

Als er jedoch mit der Fußspitze vor die Hüfte getreten und ein Kleidungsstück vom Gesicht entfernt habe, sie ihm alles klar gewesen. „Die war tot.“

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