Urteil in Mammutprozess

Mordfall Schalla: Ralf H. muss lebenslang in Haft – aber nicht sofort

Im Prozess um den Tod von Nicole-Denise Schalla hat das Gericht den Angeklagten des Mordes schuldig befunden. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Direkt ins Gefängnis musste er aber nicht.
Der nun Verurteilte Ralf H. (M.) beim Neubeginn des Prozesses im August 2020 © dpa (Archivbild)

Der Angeklagte Ralf H. ist am Montag (25.1.) wegen des Mordes an Nicole-Denise Schalla zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die damals 16-jährige Dortmunder Schülerin war im Oktober 1993 im Jungferntal auf dem Nachhauseweg nur wenige Hundert Meter von ihrem Elternhaus entfernt erwürgt und vergewaltigt worden.

25 Jahre lang lebten die Eltern in Ungewissheit. Dann präsentierten die Ermittler einen Verdächtigen. Ralf H. – heute 56, wohnhaft in Münster – wurde seit Dezember 2018 vor dem Schwurgericht Dortmund der Prozess gemacht.

„Der Angeklagte ist aufgrund des Ergebnisses der Beweisaufnahme überführt“, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Kelm bei der Urteilsverkündung.

Der Vater von Nicole-Denise Schalla, der bei der Urteilsverkündung im Gerichtssaal war, hielt minutenlang die Augen geschlossen, den Kopf gesenkt und die Hände wie zum Gebet gefaltet.

Urteil noch nicht rechtskräftig

In einer ersten Reaktion kündigte der Verteidiger des Verurteilten Ralf H. an, Revision gegen das Urteil einzulegen. Es ist noch nicht rechtskräftig. Ralf H. wurde nach dem Urteil entgegen der Forderung der Staatsanwaltschaft nicht festgenommen, sondern konnte das Gericht erst einmal als freier Mann verlassen.

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