Noch ist unklar, wann der Prozess gegen Ralf H. - her ein Archivbild von der Verhandlung - fortgesetzt werden kann. © Martin von Braunschweig
Schwurgericht

Mord an Nicole-Denise Schalla (†16): Das Gericht wartet erst mal ab

Der Prozess um den Mord an der Dortmunder Schülerin Nicole-Denise Schalla steckt in der Warteschleife fest. Corona-bedingt musste ein zentraler Termin nun schon zwei mal verschoben werden.

Am Wochenende hatte das Landgericht den für Montag geplanten Verhandlungstag im Prozess um den Mord an der Schülerin Nicole-Denise-Schalla kurzfristig doch noch abgesagt. Wie es heißt, leide der Angeklagte Ralf H. weiterhin an Symptomen einer Erkältungskrankheit. Ein Corona-Verdacht hatte sich nicht bestätigt, hieß es vergangene Woche. Ihn dennoch zusammen mit zahlreichen weiteren Prozessbeteiligten in einen Verhandlungssaal zu lassen, wäre ein zu großes Risiko gewesen.

Am Montag sollten die Plädoyers gehalten werden. Wann das Schwurgericht einen neuen Anlauf unternehmen wird, das Verfahren zu Ende zu bringen, hängt nun maßgeblich von der gesundheitlichen Entwicklung bei dem 56-Jährigen ab. Aus diesem Grund wurde erst einmal noch kein neuer Verhandlungstermin anberaumt.

Sorgen, dass es in dem Prozess erneut dazu kommt, dass gesetzliche Fortsetzungsfristen nicht eingehalten werden können, sind aktuell aber noch unbegründet.

Im März 2020 hat der Bundestag beschlossen, dass begonnene Hauptverhandlungen nun bis maximal drei Monate und zehn Tage unterbrochen werden können, wenn sie aus Infektionsschutzgründen nicht fortgesetzt werden können. In diesem Zustand der „Hemmung“ befindet sich das Schalla-Verfahren.

„Es ist aber jederzeit möglich, wieder in das Verfahren einzusteigen“, erklärt Gerichtssprecher Thomas Jungkamp.

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