Dorothee Trempler ist schon lange im Textil-Einzelhandel beschäftigt. Umsatz machen und Kundinnen zufrieden stellen, darum geht es ihr. Und das ist in Coronazeiten schwierig. © Ronny von Wangenheim
Einzelhandel

Mit Überraschungstüten kämpft Castrop-Rauxels Einzelhandel ums Überleben

Seit Samstag ist der Einzelhandel in Castrop-Rauxel vorerst wieder geschlossen. Ein Unternehmen stemmt sich mit Überraschungstüten gegen die Coronakrise.

Wundertüten versprechen schon Kindern, dass geheime Wünsche erfüllt werden könnten. Sie verheißen in gewissem Sinn eine bessere Zukunft. Auf die hofft auch der von der Coronakrise gebeutelte Einzelhandel besonders. Einige Unternehmen füllen jetzt auch Überraschungstüten.

Sind es bei Kindern Süßigkeiten und kleine Spielzeuge, sollen die Erwachsenen mit Mode verführt werden. Niemand weiß, was drin steckt, Umtausch ist ausgeschlossen. Und doch kommt das Projekt an.

Zum Beispiele bei Bonita am Markt 26. Im Schaufenster stehen neben Schaufensterpuppen mit Damenmode viele der Überraschungstüten. Die einzigen Informationen sind der Preis und der Warenwert. Und ja, seine Kleidergröße kann man auch finden. „Wir bekommen ein sehr gutes Feedback“, sagt Filialleiterin Dorothee Trempler.

Einkaufen bedeutet auch, der Seele etwas Gutes zu tun

Vor allem zum Start der Aktion im März, als wieder geöffnet werden konnte, fanden die Überraschungstüten sehr guten Absatz. „Die Kunden standen damals schon vor der Tür“, sagt sie, „das war einfach etwas, um der Seele was Gutes zu tun.“

Inzwischen ist die Aktion eines der wenigen Möglichkeiten, Umsatz zu machen. Denn in den Laden kam man zuletzt nur mit Testergebnis. Und das wollten die wenigsten. „Das wird mir zu stressig“, hörte Dorothee Trempler, wenn sie Frauen vor der Ladentür auf diese Möglichkeit hinwies. „Wir haben so schöne Sachen, aber die Kundinnen können sie gar nicht sehen“, sagt sie mit hörbarem Bedauern.

Seit Samstag (24.4.) ist es noch schlimmer, man kann nur noch Waren abholen.

Ab Montag wird es leer in der Altstadt

Bei Bonita gibt es dann wie bei anderen Einzelhändlern nur noch „Click & collect“. Und weil niemand in den Laden darf, man sich allenfalls im Internet gesehene und dann bestellte Mode an der Tür abholen darf, sind die Überraschungstüten dann auch noch im Angebot.

„Wir versuchen, geschmackvolle Kombinationen hineinzupacken“, sagt Dorothee Trempler. Und nein, das seien auf keinen Fall Ladenhüter. Einige Tüten kämen aus der Zentrale, andere packt sie selbst mit Oberteilen, Hosen oder Kleidern. 30 und 50 Euro kosten die Tüten, die erst zu Hause geöffnet werden sollen. Der Warenwert ist höher.

Mit 212,96 Euro wird er beispielsweise für eine 50-Euro-Tüte in Größe 46 angegeben. Der Warenwert könnte ein Hinweis sein, dass sich eine Outdoorjacke in der Tüte befindet. Aber wer weiß es schon genau…

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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