Ute Lüdke, Rektorin der Marktschule, hatte im Vorfeld der Impfaktion einiges an Organisations-Arbeit. Im Lehrerzimmer überwog auch am Dienstag die positive Stimmung, berichtete sie. © Tobias Weckenbrock
Coronavirus

Mit Lolli-Test gegen Corona: Das sagen Castrop-Rauxeler Schulleiterinnen

An allen Grund- und Förderschulen soll ab Montag der „Lolli-Test“ durchgeführt werden. Doch wie läuft er überhaupt ab? Was halten Castrop-Rauxeler Schulen davon? Und wieso droht Mehraufwand?

Das einzig Wichtige, sagt Angela Goldbach, Leiterin der Wilhelmschule, das einzig Wichtige sei doch, „dass die Kinder möglichst bald wieder zurück in die Klassen können. Dass sie die Lehrer und Lehrerinnen wieder um sich haben, auf den Pausenhof dürfen und in Kontakt zueinander treten können.“ Wenn dafür der Lolli-Test „ein gutes Mittel ist, dann machen wir den – und nehmen auch den Mehraufwand in Kauf. Selbstverständlich.“

Ab kommenden Montag, 10. Mai, sollen alle Grund- und Förderschulen in NRW zweimal in der Woche den sogenannten Lolli-Test durchführen. So hat es Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Dienstag angekündigt. Seit Mittwochnachmittag steht fest: Dazu werden auch alle Schulen im Kreis Recklinghausen gehören, weil die Inzidenzzahlen niedrig genug für die Rückkehr in den Wechselunterricht sind.

Beim Lolli-Test werden die Tests als Pool genommen. Heißt konkret: Eine Gruppe von Kindern rollt mit einem Wattestäbchen mit Tupfer durch den eigenen Mund, rund 30 Sekunden. Die „Lollis“ werden anschließend eingesammelt, allesamt in ein Röhrchen gesteckt (Pool). Ein Transportdienst holt die Proben ab, bringt sie zum Labor, wo sie ausgewertet werden. Ist die sogenannte Pool-PCR negativ, ist alles fein. Ist sie allerdings positiv, häuft sich der besagte „Mehraufwand“ an.

In diesem Fall müssen alle Schülerinnen und Schüler aus dem Pool erst einmal isoliert und individuell nachgetestet werden. Die Erziehungsberechtigen müssen die Proben bis 8.30 Uhr am Folgetag in die Schule des Kindes zu bringen. Im Labor werden sie dann wie gewohnt ausgewertet.

PCR-Pooltestung ist genauer als Selbsttest

Das Kind gilt derweil als Verdachtsfall, darf erst wieder in die Schule kommen, wenn ein negativer PCR-Test vorliegt. So viel zur neuen Prozedur. Wie ist die Meinung der Schulen? „In jedem Fall“, sagt Angela Goldbach von der Wilhelmschule, „ist die Durchführung dieser Lolli-Tests alters- und kindergerechter. Es geht schneller, die Kinder können es ohne Probleme machen.“ Der Lolli-Test sei doch deutlich einfacher als die Selbsttests.

Zudem verspricht die PCR-Pooltestung, wie der Lolli-Test auch genannt wird, genauer und darum sicherer zu sein. Nachteil: Auf ein Ergebnis muss deutlich länger gewartet werden. „Wir müssen uns bis 21 Uhr bereit halten“, erklärt Ute Lüdke von der Marktschule in Ickern. „Und wenn das Labor dann meldet, dass die PCR-Testung positiv war, muss es an die Erziehungsberechtigen gemeldet werden.“ Die wiederum müssen bis zum nächsten Morgen den ausgeführten Test der Schule liefern.

„Solange alles negativ ist, ist es gut. Was passiert, wenn eine positive Testung stattgefunden hat, will ich mir noch gar nicht vorstellen“, sagt Angela Goldbach. Und Ute Lüdke ergänzt: „Dann wird es ein Akt, was die Verwaltung und Koordination angeht. Wir müssen genau differenzieren, welche Kinder an der Pooltestung teilgenommen haben. Und müssen es den Erziehungsberechtigen ganz verlässlich und schnell melden.“ Das könne, so Ute Lüdke, „durchaus kompliziert“ werden.

Die Schulleiterin der Marktschule indes sieht es genauso wie Angela Goldbach. „Es geht ja darum, dass wir so schnell wie möglich zur Tagesordnung zurückkehren. Das kann den Kindern, die in der Pandemie so oft zurückstecken mussten, nur gut tun.“

Mehraufwand für die Eltern

Dass auf die Eltern „jetzt eine zusätzliche Belastung“ zukommt, weil ihr Mitwirken entscheidend ist für die problemlose Umsetzung der PCR-Pooltestungen, erkennt Angela Goldbach „voll und ganz“ an. „Das wird für einige eine sehr große Schwierigkeit sein, das ist mir bewusst. Ich hoffe aber, dass es klappt“, sagt die Schulleiterin aus dem Dorf Rauxel.

Ergebnis dessen wäre: Jedes Kind kann innerhalb von zwei Wochen an fünf Tagen in die Schule kommen. Vorausgesetzt, die Lolli-Tests bleiben negativ. So wird es erhofft.

Und wenngleich die Stadt Castrop-Rauxel nicht in die Beschaffung der Tests involviert ist, vermeldet sie am Mittwoch (5.5.) immerhin, „dass bisher keine Hinweise der betroffenen Schulen über fehlende Lieferungen“ vorlägen. Die Lolli-Tests sind wohl ab Montag einsatzbereit. Pünktlich zur Rückkehr des Wechselunterrichts.

Über den Autor
Volontär
Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt