Missbrauch: Opfer-Aussagen hinter verschlossenen Türen

DORTMUND/LÜNEN Unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist am Dortmunder Landgericht am Montag der Missbrauchs-Prozess gegen drei Männer aus Lünen und Dortmund fortgesetzt worden.Denn der zweite Verhandlungstag stand ganz im Zeichen der Opfer. Und die Richter sahen sich die Missbrauchs-Filme an.

von Von Jörn Hartwich

, 17.03.2008, 14:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nichtöffentlich war die Sitzung am Dienstag.

Nichtöffentlich war die Sitzung am Dienstag.

Der erste Zeuge erschien schon um neun Uhr vor Gericht. Da die Missbrauchstaten zwischen 1999 und 2002 passiert sein sollen, ist auch er inzwischen kein Kind mehr, sondern längst ein junger Mann. Er ist 19 Jahre alt, macht zurzeit eine Beschäftungs-Maßnahme über das Arbeitsamt.

Begleitet wurde er von einer jungen Frau. Seine Freundin? „Eine Vertrauensperson“, erklärte er den Richtern der 36. Strafkammer. Was er sonst noch zu sagen hatte, ist unbekannt. Kaum hatte das Gericht seine Personalien festgestellt, wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Wegen der intimen Details, hieß es in der Begründung des Gerichts.

Leinwand im Saal aufgebaut

Über eine Stunde dauerte die Befragung des Zeugen. Was danach kam, wird wohl noch unangenehmer, vielleicht sogar richtig eklig gewesen sein. Die Richter sahen sich Filme an, die während der Missbrauchstaten entstanden sind. Dazu war im Saal extra eine große Leinwand aufgebaut worden. Die Gesamtlaufzeit soll rund anderthalb Stunden betragen haben.

Prozess soll bald bgeschlossen sein

Hintergrund der Vorführung ist die Frage, in welcher Stimmung die Übergriffe auf die insgesamt drei Kinder passiert sind. Wurde wirklich nie Druck ausgeübt, wie die Angeklagten im Prozess behauptet haben? Und war der mitangeklagte und inzwischen suspendierte Lehrer einer Waltroper Schule wirklich nicht ausgezogen? Der Prozess soll noch in dieser Woche abgeschlossen werden. Allen drei Angeklagten drohen Gefängnisstrafen.

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