Headliner des Konzertabends Corenival im Oberhausener Resonanzwerk waren A Thousand Suns aus Castrop-Rauxel. Für Sänger Stefan Röhrl (Mitte) war es der erste Auftritt mit seiner neuen Band. Nils Hildebrand (rechts) und Michelle Tietsch stießen 2019 dazu. © Christian Püls
Corenival

Metalcore-Konzertabend sorgt für eine andere Art von Nackenschmerzen

Drei Castrop-Rauxeler Metalcore-Bands standen vor rund hundert Zuschauern auf der Bühne. Ihr erstes Konzert in Coronazeiten wirkte fast skurril. Das Publikum feierte an Tischen sitzend.

Beim Corenival im Oberhausener Resonanzwerk zog es gleich drei Castrop-Rauxeler Metalcore-Bands auf die Bühne. Zum ersten Mal seit Ausbruch der Coronapandemie. Ausgestattet mit Mund-Nasen-Bedeckung und Foto-Kamera durften wir uns vor und hinter der Bühne umsehen.

Auch das Personal im Resonanzwerk trägt Mund-Nasen-Bedeckung. Getränke werden an den Tisch gebracht, es gibt ausschließlich personalisierte Sitzplätze. Das ist mehr als außergewöhnlich für ein solches Konzert.

Corenival, eine Wortschöpfung aus Metalcore und Karneval, erinnert auf den ersten Blick tatsächlich eher an eine karnevalistische Gala zur fünften Jahreszeit statt an ein Metalcore-Konzert. Blocktafel statt Mosh-Pit.

„Das geht schon auf den Nacken, ständig den Kopf in eine Richtung halten zu müssen; sonst verpasst man, was auf der Bühne passiert“, sagt Johannes, „aber super, dass es wieder laute Live-Musik gibt.“

Zwischen Bühne und Publikum ist ein rund zweieinhalb Meter breiter Korridor abgesperrt. Ein solcher Bühnengraben verhindert normalerweise, dass aus Crowdsurfern Stagediver werden und bietet Konzertfotografen eine sichere Arbeitsfläche. Hier dient er vor allem als Corona-Schutzmaßnahme, als räumliche Trennung zwischen Musikern und Zuhörern.

Ein abgesperrter Korridor sorgte im Resonanzwerk Oberhausen für genügend Hygiene-Abstand zwischen Bühne und Publikum, das nur an Sitzplätzen zugelassen war.
Ein abgesperrter Korridor sorgte für genügend Hygiene-Abstand zwischen Bühne und Publikum, das nur an Sitzplätzen zugelassen war. Normalerweise dient ein solcher Bühnengraben dazu, Zuschauer am Betreten der Bühne zu hindern. © Christian Püls © Christian Püls

Patricia sitzt mit Sarah und Antonia im Publikum. „Wir können im Sitzen nicht wirklich zur Musik abgehen“, klagt sie. Patrick hingegen meint: „Es ist schon schön, trotz Corona wieder ein Konzert zu sehen. Auch wenn das hier schon an irgend so eine Art Stuhlkreis erinnert.“

167 Tickets wurden im Vorverkauf angeboten, rund 100 fanden Abnehmer. Die Stimmung beim Corenival schwankt zwischen verhalten und ausgelassen. Als auf der Bühne plötzlich die Technik streikt, stimmen die Zuschauer Eisgekühlter Bommerlunder (Die Toten Hosen) an und überspielen so die kurze Panne.

Musikalisch eine saubere Vorstellung von A Thousand Suns, We Awake (beide aus Castrop-Rauxel) und One Step To Abyss (Essen) trotz längerer Corona-Bühnenabstinenz. Für die im Frühjahr gegründeten Rise Of Nebula aus der Europastadt ist es gar der allererste Auftritt.

Fotostrecke

Corenival

Auf der Bühne Headbangen und wildes Rumhüpfen. Im Publikum gesittetes Lauschen am Sitzplatz, keiner tanzt aus der Reihe. Im Backstagebereich dagegen ein vertrautes Bild. Die eine Band fiebert dem Auftritt entgegen, geht noch hektisch den einen oder anderen Song durch.

Eine zweite Combo stößt kurz auf den gerade gelungenen Auftritt an und räumt dann eilig ihr Zeug von der Bühne. Und doch schwingt diesmal noch etwas mit. Am Ende des außergewöhnlichen Konzertabends ist Erleichterung spürbar, dass unter diesen besonderen Bedingungen alles glatt gegangen ist.

Über den Autor
Redaktion und Sportredaktion Castrop-Rauxel

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.