Mehr Maske, weniger Verbote: So haben sich die Corona-Regeln verändert

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Große Einschränkungen wegen des Coronavirus gab es im Frühjahr. Jetzt sind neue Verschärfungen in Castrop-Rauxel in Kraft – überwiegend andere als damals. Haben wir gelernt? Ein Vergleich.

Castrop-Rauxel

, 14.10.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Erinnerungen an das vergangene Frühjahr sind stetig präsent. Seit dem Wochenende gilt der gesamte Kreis Recklinghausen offiziell als Corona-Risikogebiet – am Mittwoch hat auch die Stadt Castrop-Rauxel den kritischen Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro Woche für 100.000 Einwohner überschritten.

Einen Abend zuvor hatte der Kreis die derzeit gültige Allgemeinverfügung noch einmal aktualisiert und neue Corona-Regeln erlassen. Wenn man vergleicht, sieht man: Es gibt erhebliche Unterschiede.

Thema Treffen in der Öffentlichkeit
Am 22. März (Sonntag) hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder die bislang umfangreichsten Corona-Einschränkungen beschlossen: Ab dem 23. März durften nur Personen aus dem gleichen Haushalt gemeinsam unterwegs sein, maximal eine Person aus einem weiteren Haushalt war erlaubt. Die Regelung wurde nach und nach gelockert und erst vor wenigen Tagen wieder verschärft. Allerdings nicht so drastisch wie vor knapp sieben Monaten: Aktuell dürfen sich Gruppen mit maximal 5 Personen draußen treffen.

Thema Ladenschließungen:

Es war wohl einer der deutlichsten Einschnitte, die die Corona-Krise zu Beginn des Jahres mit sich brachte: Sämtliche Geschäfte, Läden und Einrichtungen des Einzelhandels wurden geschlossen. Ausgenommen davon waren praktisch nur Lebensmittelmärkte und Apotheken. Ein kompletter Lockdown des öffentlichen Lebens.

Davon ist man aktuell ein ganzes Stück entfernt. Dennoch gibt es Einschränkungen: Hygienemaßnahmen gelten sowieso weiter, gastronomische Einrichtungen müssen aber von 0 bis 6 Uhr geschlossen bleiben. Zudem darf in diesem Zeitraum kein Alkohol verkauft werden.

Die Münsterstraße in der Castrop-Rauxeler Innenstadt war im März in Corona-Zeiten wie leergefegt. Die Einzelhändler hielten ihre Geschäfte geschlossen.

Die Münsterstraße in der Castrop-Rauxeler Innenstadt war im März in Corona-Zeiten wie leergefegt. Die Einzelhändler hielten ihre Geschäfte geschlossen. © Marian von Hatzfeld

Thema Veranstaltungen:

Abstandhalten ist vor allem bei größeren Veranstaltungen schwer einzuhalten. In der Zeit des Lockdowns waren in Castrop-Rauxel private und öffentliche Veranstaltungen generell untersagt. Das betraf unter anderem den Sportbetrieb, Konzert- und Kinobesuche und den Gang ins Schwimmbad. Alles war geschlossen. Zudem waren private Feiern in öffentlichen Räumen verboten.

Laut der aktuell gültigen Allgemeinverfügung für den Kreis Recklinghausen bleiben private Feiern jetzt erlaubt. Es gibt allerdings Auflagen: So dürfen an Feiern, die nicht in einer privaten Wohnung stattfinden, derzeit maximal 25 Personen teilnehmen. Sollte diese Zahl überschritten werden, muss bei der zuständigen Behörde ein besonderes Hygienekonzept vorgelegt werden.

Außerdem gilt der Grundsatz, dass zu Veranstaltungen und Versammlungen im Außenbereich nicht mehr als 500 und in geschlossenen Räumen nicht mehr als 250 Menschen kommen dürfen. Die zulässige Teilnehmerzahl soll auf 20 Prozent der normalen Kapazität des Veranstaltungsortes begrenzt werden.

Thema Maskenpflicht:

Der Mund-Nase-Schutz ist zu einem alltäglichen Begleiter geworden. Doch auch in Bezug auf das Tragen einer Maske gibt es einige Veränderungen im Vergleich zum Beginn der Pandemie.

Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass sich die Voraussetzungen für das öffentliche Leben wieder deutlich anders darstellen. Dadurch, dass während des Lockdowns lediglich Einrichtungen wie Supermärkte und Apotheken geöffnet hatten, war man fast ausschließlich beim Einkaufen auf eine Maske angewiesen.

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Seit der Wiederaufnahme des öffentlichen Lebens gilt in immer mehr Bereichen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes als erforderlich. Die „Alltagsmaske“, deren Wirkung unter Virologen umstritten war, ist eines der wichtigsten Hilfsmittel in der Pandemie-Bekämpfung geworden. Deshalb gilt nun auch in Fußgängerzonen, weiterführenden Schulen, Berufskollegs und bei Sportveranstaltungen in der Halle und unter freiem Himmel eine allgemeine Maskenpflicht.

Thema Besuche in Krankenhäusern und Altenheimen:

Die Patienten in Krankenhäusern und die Bewohner von Altenheimen gehören zweifelsfrei zur Hochrisiko-Gruppe. Sie waren von den Corona-Regeln im Frühjahr in besonderer Art und Weise betroffen.

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Kein Besuch, kaum persönlicher Kontakt zur Familie und zunehmende Einsamkeit – die Probleme, die daraus erwuchsen, waren vielseitig. Die aktuelle Corona-Situation führt nun aber auch in diesen Bereichen zu neuen Maßnahmen. Sie ähneln den Regeln aus dem März.

Laut Allgemeinverfügung sind Besuche von stationären Patienten grundsätzlich verboten. Es gibt jedoch Ausnahmen. Dazu zählt beispielsweise, dass Patienten, die länger als fünf Tage stationär behandelt werden, alle fünf Tage einen Besucher für 30 Minuten empfangen dürfen. Menschen, die im Sterben liegen, dürfen uneingeschränkt besucht werden.

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