Bei einer Facebook-Sprechstunde stellte sich Bürgermeister Rajko Kravanja am Montag wieder Fragen von Bürgern speziell zum Themenkreis Corona. © Thomas Schroeter
Facebook-Sprechstunde

Maskenpflicht in Castrop-Rauxel könnte sogar noch ausgedehnt werden

Auf Facebook stellte sich Bürgermeister Rajko Kravanja am Montag Fragen von Castrop-Rauxelern. Es ging um Kita-Beiträge, Impfangebote und die Maskenpflicht. Die könnte noch ausgeweitet werden.

Auch Rajko Kravanja vermisst Freunde und Bekannte. Er würde auch gern mal wieder „normale Dinge gestalten in der Stadt“, statt sich immer nur mit Corona befassen zu müssen, sagte er am Montagabend zu Beginn einer Facebook-Sprechstunde. Nebenbei, so ließ er zum Einstieg in die Diskussionsrunde auch wissen: Er sieht „Null Prozent Chance, dass Schalke sofort wieder aufsteigt, ehe nicht andere Köpfe im Verein aktiv werden“.

Schwerpunkt der Sprechstunde, die in der Spitze gut 200 Menschen verfolgten, war danach allerdings natürlich (wieder einmal) Corona. Da habe die Stadt auch erst seit dem Wochenende wirklich die Übersicht, was denn nun gelte. „Dass uns manche Menschen inzwischen den Wischer zeigen, kann ich sogar verstehen“, so Kravanja zum neuen Maßnahmenpaket. Auch er verstehe nicht jede Erlasslage, etwa die Frage, warum in Bussen nun nur noch FFP2-Masken getragen werden dürfen.

Überflüssige Kontakte sind das Problem

Die Stadt respektive der Kreis dürfen im Vergleich zu den Vorgaben von Land und Bund zur Not übrigens noch einmal schärfere Maßnahmen ergreifen. Da gebe es noch keine Entscheidungen, angesichts der gefährlichen Situation auf den Intensivstationen aber Überlegungen. Vorstellbar etwa wäre es, zum Beispiel die Maskenpflicht eventuell auf den Berliner Platz oder andere Bereiche auszudehnen.

Hauptproblem seien nun einmal überflüssige Kontakte. Daher sind derzeit keine Familienfeiern erlaubt, daher gebe es die Kontaktbeschränkung im öffentlichen und privaten Raum auf einen Haushalt mit einer zusätzlichen Person, daher gebe es die nächtliche Ausgangssperre. „Da muss man einfach sehen, was geht. Der Einkauf ist nicht das Problem, aber das Schwätzchen danach vor dem Laden kann es eben sein“, so Kravanja.

Ganz bestimmt sei es dabei kein Kavaliersdelikt, wenn Hobbyfußballer sich auf Fußballplätzen in größeren Gruppen zum Kicken träfen. „Wir haben den Kommunalen Ordnungsdienst gerade erst mit Schlüsseln zu allen Sportstätten ausgestattet, um solche Sachen zu überprüfen.“ Wer solche Vorgänge beobachte, solle die ruhig bei der Stadt melden.

Diskussion über Kita-Beiträge wird dauern

Nach den Diskussionen der letzten Tage waren Kita-Beiträge natürlich auch ein Thema. Zwischen Städten und Land ist da noch nicht geklärt, wer denn finanziell für solche Entlastungen gerade stehen muss. Kravanja: „Das geht aus unserer Sicht nur durch eine Finanzierung durch das Land. Da macht sich das Land bisher aber noch einen schlanken Fuß.“ Da müsse man noch schwer verhandeln.

Auch die Impfsituation wurde besprochen. Da zeigte sich der Bürgermeister sehr optimistisch, dass die Impfungen weiter an Fahrt aufnehmen würden. Geimpfte Menschen, so die Botschaft vom Impfgipfel in Berlin, sollen im öffentlichen Leben demnächst übrigens die gleichen Vergünstigungen wahrnehmen wie andere Menschen nach einem negativen Test. Wie das nachgewiesen werden soll, wusste Kravanja am Montag auch noch nicht.

Die Frage der Impfpriorisierung sei übrigens eine der schwierigsten Fragen überhaupt, findet Kravanja, der froh ist, „dass ich nicht entscheiden muss, wer wann geimpft werden darf“. Ab Juni, so die Ankündigungen vom Bund, soll die Priorisierung ja aufgehoben werden, so dass sich dann jeder Mensch für eine Impfung anmelden könne.

Lolli-Tests kommen bald an Grund- und Förderschulen

Die derzeitige Teststrategie gerade an Schulen sei mancherorts tatsächlich ein zum Teil auch räumliches Problem. Viele Schulen gingen damit allerdings vorbildlich um. Auch das Material sei zum Teil eine Schwierigkeit. Jetzt aber kämen zumindest für Grund- und Förderschüler die sogenannten Lolli-Tests. Das seien PCR-Tests, die immer für eine komplette Klasse oder Gruppe vorgenommen werden sollen. „Nicht testen ist auf jeden Fall das Falscheste“, so Kravanja.

Mehr Tests, daran ließ der Bürgermeister auf Nachfrage keinen Zweifel, führen im Übrigen nicht zu höheren Infiziertenzahlen, sondern filtere einfach mehr der tatsächlich Infizierten heraus. Die Quote der positiven Tests liege dabei in Castrop-Rauxel ziemlich genau im Landesschnitt.

Es ging aber auch um so manche Detailfrage aus Betrieben, Schulen, Reha-Angeboten oder auch aus dem Sportbereich. Wer darf da wie trainieren (lassen), wer muss wofür einen Test vorlegen. Wo dürfen Klausuren geschrieben werden? Welche Angebote sind zulässig? Und wie sieht das eigentlich mit Besucherregelungen aus, wenn mein Eigenheim auch meine Betriebsstätte ist? Nicht alle dieser Fragen konnte Kravanja naturgemäß aus dem Stand beantworten, versprach aber, sich kundig zu machen und Antworten nachzuliefern.

Auch die neuen e-Scooter waren ein Thema

Neben Corona wurden aber auch noch die e-Scooter, die jetzt auch in Castrop-Rauxel angekommen sind, thematisiert. „Dafür braucht man keine Genehmigung“, so Kravanja auf die Frage, wer das denn in Castrop-Rauxel erlaubt habe. Man wolle sich die Sache drei Monate lang angucken und dann mit dem Betreiber zur Not darüber sprechen, wenn die Roller im Stadtbild negativ auffallen. Der Castrop-Rauxeler Betreiber hat das Nutzeralter übrigens auf 18 Jahre festgesetzt. Minderjährige dürfen also nicht zugreifen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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