Marode Brücken: Geld für Sanierung fehlt

Finanzen

Viele Brücken in Castrop-Rauxel sind sanierungsbedürftig. Allerdings fehlt das Geld, um die Brücken auf Vordermann zu bringen. Der Stadtbetrieb EUV spricht jetzt Klartext über den Sanierungsstau. Und schließt weitere Brückensperrungen nicht aus.

CASTROP-RAUXEL

von Von Peter Wulle

, 07.08.2013, 03:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich will nicht ausschließen“, sagt Michael Werner nun, „dass noch weitere Sperrungen erfolgen müssen. Ich habe schließlich die Verkehrssicherungspflicht und muss jeweils die Gefahrenlage abwägen.“ Zu den Brücken, die ihm Sorgen bereiten, gehört zum Beispiel die Krickesteg-Fußgängerbrücke, die vom Einkaufszentrum Widumer Tor über den Altstadtring in den Erin-Park führt. Der EUV will versuchen, die in die Jahre gekommenen Brücken möglichst zu sanieren, um so Sperrungen und ärgerliche Umwege für die Bürger zu vermeiden. Ob dafür aber genügend Geld zur Verfügung stehen wird, ist fraglich. Bereits in der Vergangenheit hat der EUV immer wieder Geld für die Unterhaltung der Bauwerke gefordert, aber nicht bekommen. In der Politik wurden andere Schwerpunkte, etwa im Bildungs- und Sozialbereich (Schulsanierung und U3-Ausbau), gesetzt.

Die Erneuerung der Asphaltdecke auf der Brücke an der Borghagener Straße will Michael Werner aus dem jährlichen Etat zur Fahrbahnsanierung finanzieren. Ansonsten sei der Autoverkehr vom Sanierungsstau bei den städtischen Brücken nicht betroffen. Eine beruhigende Nachricht ist das für Autofahrer allerdings nicht. „Die meisten Brücken für den Straßenverkehr gehören dem Land. Und dort stöhnt man genauso über den Sanierungsbedarf“, weiß Michael Werner. In den kommenden zehn Jahren müssen rund 4,5 Milliarden Euro allein in die Sanierung von Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen in NRW investiert werden, stellte Landesverkehrsminister Michael Groschek (SPD) im vergangenen Monat fest. 300.000 Euro veranschlagt Michael Werner für den Abriss und den Neubau der Brücke an der Thomasstraße. Den Fußgängern bis zur Fertigstellung eine Behelfsbrücke zur Verfügung zu stellen, ist für ihn illusorisch. „Die wäre genauso teuer wie ein Neubau“, sagt er. Es braucht also Geduld.

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