Literaturkritiker Rainer Moritz erklärt, warum Udo Jürgens ein gefeierter Star war

Leselust

Worauf freuten sich die Zuschauer in den Räumen der TEGRO Home Company? Lesung oder Konzert? „Beides“, versprach Rainer Moritz. Der Literaturkritiker erzählte Geschichten über Udo Jürgens.

Castrop-Rauxel

, 14.09.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Literaturkritiker Rainer Moritz erklärt, warum Udo Jürgens ein gefeierter Star war

Rainer Moritz erinnerte an das Leben von Udo Jürgens. Musikalisch wurde er von Stephanie Kirsten begeleitet. © Uschi Bläss

Begleitet wurde die Lesung des Hamburgers am Donnerstag durch Stephanie Kirsten. Die Sängerin und Pianistin lieferte die passenden Schlager.

Mit dem Udo Jürgens-Abend wurde ein Wunsch von Martina Tielker wahr. Die Chefin der Leselust sagte nicht ohne Stolz: „Der Vortrag ist extra für uns entwickelt worden.“

Mit Humor und profundem Wissen

Zweieinhalb Stunden tauchten die Gäste in die Biografie des berühmten Sängers ein. Mit Humor und profundem Wissen präsentierte Moritz das Leben des Künstlers. Als Grundlage für seine Recherchen nutzte Moritz unter anderem die Biografie von Michaela Moritz, der letzten Lebensgefährtin Jürgens, „Spiel des Lebens“.

Aber auch die persönliche Bekanntschaft mit dem Cousin Jürgens, Thomas Bockelmann, ließ Moritz nicht unerwähnt. Warum der Künstler Udo Jürgens bis zu seinem Tod ein gefeierter Star war, erklärte Moritz mit der Wandelbarkeit und Vielseitigkeit des Sängers.

Literaturkritiker Rainer Moritz erklärt, warum Udo Jürgens ein gefeierter Star war

Rainer Moritz erinnerte an das Leben von Udo Jürgens. © Uschi Bläss

„Er besaß die Fähigkeit, überall mitzumischen“, so Moritz. Lieder über die Liebe, Politik, Auswanderung (Griechischer Wein), das Älterwerden (Mit 66 Jahren …) oder Fehlernährung (Aber bitte mit Sahne) waren in seinem Repertoire. Musikalische Einspielungen und live gesungene Beispiele durch Stephanie Kirsten belegten das.

Akademisch vorgetragen untermauerte Moritz seine Thesen mit viel Witz und Charme. Das genau ist es auch, was die Zuschauer an seiner Vortragsweise so lieben. „Ich mag intelligente Menschen sehr“, kommentierte Steffi Kirchfeld. Darum komme sie auch regelmäßig zu seinen Lesungen. Moritz ist durchaus bereit, über Liedtexte zu lästern. Er vergisst aber nie, dies mit einem Augenzwinkern zu tun.

Irrwitzige Texte

Das Publikum lachte schallend, als Moritz auf irrwitzige Texte hinwies. Beispiel: „Im Kühlschrank brennt noch Licht“. Oder der Schlager mit dem Bohnerwachs, der sogar Stoff für ein ganzes Musical lieferte. Dabei ging es um den Hit „Ich war noch niemals in New York.“ Stephanie Kirsten trug diesen und andere Titel so launig vor, dass das Publikum begeistert mitsang.

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