Der Castrop-Rauxeler (34) und sein Verteidiger Christoph Pindur beim Prozessauftakt. © Jörn Hartwich
Landgericht Bochum

„Liebeswahn“: Brandstifter aus Castrop-Rauxel muss in die Psychiatrie

Weil er im Eifersuchtswahn einen Brandanschlag verübt hat, muss ein Castrop-Rauxeler auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie. Für das Gericht war die Anordnung der Maßregel alternativlos.

Acht Monate nach nach einem Wohnungsbrand in Recklinghausen ist ein Brandstifter (34) aus Castrop-Rauxel in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden. Die Richter sehen in dem wahnhaft kranken Mann unbehandelt aktuell eine ernsthafte Gefahr für die Allgemeinheit.

Der Angeklagte hatte im Prozess beteuert, zwar in der späteren Brandwohnung eines Bekannten gewesen zu sein, um eine vermeintliche Affäre zu klären, letztlich aber nur mit einer brennenden Zigarette eingeschlafen zu sein. Diese Version nahmen ihm die Richter der 9. Strafkammer am Bochumer Landgericht aber nicht ab. „Er setzte symbolisch das Bett des Wohnungsinhabers in Brand, weil er einen tiefen Hass verspürte“, hieß es am Montag (18.1.).

Miteinbezogen in das Urteil, das wegen krankheitsbedingter Schuldunfähigkeit auf Freispruch lautete, aber als Sicherungsmaßregel die Zwangseinweisung zur Folge hatte, waren weitere Gewaltexzesse: Mal hatte der alkoholkranke Castrop-Rauxeler mit einem Messer, mal mit einer Axt hantiert. Außerdem biss und trat er Polizisten.

Richter Volker Talarowski zeigte dem 34-Jährigen, der eine Psychiatrieeinweisung vor der Urteilsberatung frustriert als „Zerstörung der Zukunft“ bezeichnet hatte, eine Perspektive auf: „Mit dem Urteil ist das Leben nicht verpfuscht. Je mehr sie mitarbeiten, umso näher rückt eine Entlassung.“

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