Liebeskummer war der Auslöser für nächtliche Randale am Fastfood-Restaurant

dzPolizeieinsatz bei Burger King

Weil ein 26-Jähriger sich vehement wehrte, von Polizisten fixiert zu werden, setzten diese den sogenannten Einsatzmehrzweckstock ein. Der Randalierer war stark betrunken - aus Liebeskummer.

Habinghorst

, 01.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Einsatz rief die beiden Polizisten am 6. Januar in den frühen Morgenstunden zu Burger King. Dort begehrte ein 26-Jähriger immer wieder Einlass, obwohl er mehrfach herausgeflogen war, weil er betrunken war und randalierte. Das bekamen auch die beiden Polizisten zu spüren, die sofort Verstärkung anforderten.

„Er kam auf mich zu und ruderte dabei heftig mit den Armen“, sagte einer der Beamten. „Als er sich ausweisen sollte, wollte er weg.“ Um das zu verhindern, wollte sein Kollege ihn fixieren. Dazu musste er den Mann zu Boden bringen und setzte dabei den Einsatzmehrzweckstock ein, im Volksmund besser als Schlagstock bekannt.

Stock kam zum Einsatz

Ein, zwei Mal in die Seite habe er geschlagen, so der Polizeibeamte. Die Wunden im Gesicht, über dem Auge und an der Wange, seien aber nicht dabei entstanden. Dafür sei der Split am Boden verantwortlich, wo der Angeklagte, bäuchlings liegend, fixiert wurde, um dann ins Polizeigewahrsam gebracht zu werden.

Da wurde ein Promillegehalt von 1,6 festgestellt. Der Festgenommene war stark betrunken, aber wieder ruhiger. Das belegen auch die Polizeifotos, auf denen der 26-Jährige fast freundlich guckt.

Auch der Auslöser des aus dem Ruder gelaufenen Abends war zur Verhandlung geladen: eine 26-Jährige. Als Zeugin bestätigte sie, dass der Angeklagte stark alkoholisiert war. „Man konnte nicht mehr mit ihm reden.“

Doch genau das wollte der Angeklagte eigentlich: reden. Über die Täuschung über das Internet, wo die damalige Freundin ein Foto gepostet hatte und dazu schrieb, mit einer Freundin unterwegs zu sein.

Enttäuscht und sauer

Doch die Begleitung stellte sich, als der Angeklagte - schon argwöhnisch - hinzukam, als Freund heraus. „Er war enttäuscht, sauer und traurig“, fasste der 22-jährige Freund des Angeklagten zusammen, der ihn begleitete. Der Freund habe „innerliche Schmerzen“ gehabt.

Er hatte seinen Kumpel schon am Abend getroffen. „Da hatte er schon eine halbe Flasche Whisky getrunken“, verriet er. Er begleitete den Freund dennoch zu Burger King, wo dieser die Freundin zur Rede stellen wollte. Mit geschildertem Ausgang.

Im Protokoll hatte gestanden, dass der Angeklagte versucht haben soll, einen der Beamten zu schlagen. Weil dieser aber sagte, dass der Schlag nicht zielgerichtet, sondern eher abwehrend war, fiel der Vorwurf des tätlichen Angriffs weg.

Das wirkte sich auf die Urteilsfindung aus. Der Staatsanwalt forderte, den 26-Jährigen, der zwar drei Vorstrafen hat, aber keine davon einschlägig, mit einer Geldstrafe über 600 Euro zu belegen. Das griff der Richter in seinem Urteil auf.

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