Die Emscher (unten) und die Bebauung an der Heerstraße (oben) begrenzen das geplante Baugebiet mit dem Namen "Am Emscherufer", in das eine 250 Jahre alte Stieleiche integriert werden soll. Über dem Gebiet verläuft eine Stromtrasse. © RVR 2018 Aerowest / Meixner
Alte Eiche

Letzte Chance für Gegner des Bebauungsplans Am Emscherufer

Auch Hambi Potter will sich zu Wort melden: Der Bebauungsplan 245 H am Emscherufer ist jetzt in eine neue Phase eingetreten. Wer ihn noch verhindern möchte, muss sich jetzt beeilen.

Der Besetzer der Alten Eiche an der Emscher ist noch immer aktiv: Auch wenn sich viele Freunde des Baumes an der Grenze zwischen Habinghorst und Henrichenburg inzwischen mit den Kompromiss-Plänen zur Bebauung der Grünfläche abgefunden haben – es gibt noch Bedenkenträger, die etwas dagegen haben, dass hier Wohnbauland entsteht.

Der Baumbesetzer Johannes Wilkat, der besser bekannt ist unter seinem Twitter-Künstler-Namen HambiPotter, hat nun angekündigt, selbst Einwände zu machen. „Jetzt werden alle nur möglichen Einwände gebraucht“, schreibt er in einem Kreise von Freunden und Bekannten.

HambiPotter will „das Biotop retten“

Er nimmt dabei Bezug auf die aktuell laufende offene Auslegung der Pläne und Gutachten (hier alle Materialien online), die zu einem rechtmäßigen Planverfahren dazu gehört. Bis zum 8. Januar kann man Einwände und Bedenken einbringen. „Nicht nur, um die Eiche zu retten, sondern auch möglichst viel unseres 34.000 Quadratmeter großen Biotops“, schreibt Wilkat. „Gemeinsam können wir schaffen, was die meisten für völlig unmöglich halten – das haben wir bereits gezeigt“, schreibt er.

Er spricht von der „wirklich wichtigen Phase“: Man kann sich Planungsunterlagen, darunter Gutachten und Umweltberichte, im Rathaus ansehen (oder online hier). Sie liegen im oberen Foyer des Ratssaals im Rathaus der Stadt Castrop-Rauxel, Europaplatz 1 (Zugang im Bereich des Eingangs B): montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr, mittwochs von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 15 Uhr und

freitags von 8 bis 12.30 Uhr.

Ausgehängt wird ein Hinweisschild mit den Telefonnummern der Ansprechpartner des Bereichs Stadtplanung und Bauordnung und dem Hinweis, dass auf Wunsch die Gelegenheit besteht, direkt Auskunft über den Inhalt der Planung zu erhalten, Anregungen und Bedenken vorzubringen und diese mit Beschäftigten der Stadtplanung zu erörtern. Vom 24.12. bis 3.1.2021 bleibt das Rathaus der Stadt Castrop-Rauxel allerdings geschlossen.

Viele Wege für Einwendungen aller Art

Für Äußerungen und Stellungnahmen gibt es keine Formvorschrift. Sie können schriftlich, mündlich, elektronisch oder auf andere Weise an die Stadt Castrop-Rauxel, Bereich Stadtplanung und Bauordnung (61), weitergegeben werden.

Der letzte Stand der Pläne besagt, dass es Ausgleichsmaßnahmen in Bladenhorst gibt, dass die Alte Eiche stehen bleibt und dass die Siedlung, die hier entsteht, wohl die bisher ökologischste und klimafreundlichste der Stadt werden wird. Der Investor Dreigrund Development hofft, dass es mit der Kompromisslösung zur Umsetzung der Pläne kommen kann. Politisch ist relativ unumstritten, dass die Stadt Bauland dringend benötigt.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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