Shoppen nur mit negativem Corona-Test: Im Schaufenster von Ernsting's Family informiert ein Schild über die neue Regel. © Patricia Böcking
Coronavirus

Leere Geschäfte in Castrop-Rauxel: Kunden bleiben wegen Testpflicht weg

Seit Montag gilt: Shoppen in Geschäften des nicht täglichen Bedarfs ist nur mit einem negativen Corona-Text erlaubt. Eine Umfrage in Castrop-Rauxel zeigt: Die Kunden sind abgeschreckt.

Volle Regale, leere Gänge: So sieht es am Montagmorgen (29. März) in vielen Läden in der Castrop-Rauxeler Altstadt aus.

„Wir sind hier und keiner kommt“, meint Irena Bogeljiz, Leitung des Kleidungsgeschäfts Cecil. Bislang gebe es noch keine Terminbuchung, erzählt die 45-Jährige.

Seit Montag gilt in Geschäften des nicht täglichen Bedarfs eine Pflicht zum Vorweisen eines Corona-Schnelltests. Wer shoppen gehen möchte, muss ein negatives Testergebnis vorweisen, das nicht älter als 24 Stunden sein darf.

„Besser als gar nichts“, findet Matthias Zimmer, Vorsitzender der Standortgemeinschaft Casconcept in Castrop-Rauxel. Er hält die Testpflicht in der gegenwärtigen Lage für die einzige Lösung.

„Ich denke, dass es für uns bis Sommer Normalität werden wird“, sagt er. Man könne nicht erst warten, bis alle durchgeimpft sind.

Kaum Kunden in den Geschäften

Ein Blick in die Geschäfte am Montagvormittag zeigt: Die Kunden bleiben aus. „Heute war noch keiner da“, erzählt Heike Stemmer (56) Filialleitung im „Street One“-Store.

Schuld daran seien ihrer Meinung nach fehlende Testmöglichkeiten in Castrop-Rauxel. „Es müsste hier am Markt ein Testzentrum geben“, fordert sie.

Sie selbst habe ihren Termin im Nagelstudio abgesagt, weil ihr der Aufwand zu hoch sei. „Ich wüsste gar nicht, wo ich mich testen lassen soll“, sagt sie. Besonders im Einzelhandel lohne sich für viele Kunden der Aufwand nicht. „Man weiß vorher ja nicht, ob man etwas braucht.“

An der Einkaufslust der Menschen läge es nicht. „Die Stadt ist voll, die Menschen wollen vor Ostern shoppen“, meint Agnes Wolff, Verkäuferin bei „Ernsting‘s Family“.

Drei potentielle Kunden hätten an diesem Montagvormittag schon vor der Tür gestanden, aber keiner von ihnen konnte einen negativen Test vorweisen. „Die Kunden wussten gar nichts davon“, meint sie.

Gerade in der Zeit vor Ostern würden normalerweise viele Kunden bei Ernsting’s Family einkaufen und nach Geschenken suchen. Das Angebot mit „Click & Meet“ in den vorherigen Wochen sei von den Kunden gut angenommen worden.

Zu Stoßterminen hätten sie sogar Kunden wegschicken müssen, weil alle Termine ausgebucht waren, meint Agnes Wolff.

Die C&A-Filiale in Castrop-Rauxel ist vorerst geschlossen.
Die C&A-Filiale in Castrop-Rauxel ist vorerst geschlossen. © Patricia Böcking © Patricia Böcking

Am Montag sieht das aber ganz anders aus. Agnes Wolff glaubt nicht daran, dass im Laufe des Tages noch Kunden mit einem negativen Schnelltest vorbeikommen werden. „Vielleicht nach ein paar Tagen, wenn die Leute wissen, wie es funktioniert“, meint sie.

So wie „Street One“ und „Ernsting‘s Family“ geht es auch den meisten anderen Kleidungsgeschäften in der Altstadt. In keinem der von uns besuchten Geschäfte hatte sich zum Zeitpunkt unserer Umfrage ein Kunde mit einem negativen Schnelltest blicken lassen.

Die Geschäfte C&A und Wittweiden haben gar nicht erst geöffnet, sondern sind vorerst geschlossen.

Verkauf vor der Ladentür

In einigen Läden haben die Verkäufer deshalb kreative Lösungen gefunden. Im Bekleidungsgeschäft „Reiter Fashion“ zeigt das Personal den Kunden auf Wunsch die Ware an der Tür.

Wer also nach einer neuen Jeans sucht, kann sich an der Tür verschiedene Hosen zeigen lassen. So muss der Kunde den Laden nicht betreten und keinen negativen Test vorweisen.

Ähnlich funktioniert es im Schuhladen Grosse-Kreul. Dort können sich Kunden ihre Schuhe im Schaufenster aussuchen. Die Verkäuferin bringt die Schuhe an die Tür, wo die Kunden die Modelle anprobieren können – ohne dabei das Geschäft zu betreten.

Im Geschäft „Bonita“ bieten die Mitarbeiter zwar keine Beratung an, aber auch hier muss der Laden zum Einkaufen nicht betreten werden. Denn jedes Kleidungsstück trägt eine Nummer – auch hier kann sich der Kunde eine Auswahl bringen lassen. Problem: Die reduzierte Ware im hinteren Teil des Ladens ist von außen kaum sichtbar.

Ein überraschendes Bild zeigt sich im Schuhgeschäft Deichmann: Dort ist der Laden zum Zeitpunkt unserer Umfrage voll. Kunden kommen hier am Montagvormittag auch ohne Schnelltest in den Laden.

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