Kürbis von Ioannis Korestis ist schon 1,23 Meter lang und wächst weiter

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Jeden Tag wächst der Kürbis von Ioannis Korestis um drei Zentimeter. Wohl gemerkt: in die Länge. Bei 1,23 Metern ist er inzwischen angelangt. Der Hobbygärtner hat einen Trick.

Ickern

, 15.09.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ioannis Korestis muss eine grünen Daumen haben. In seinem Garten kann er reiche Ernte einfahren. Sein ganzer Stolz ist derzeit ein Kürbis. Und was für einer. Ähnlich einer Gurke wächst der Kürbis in die Länge. Am Montag hat der Hobbygärtner wieder nachgemessen. „1,23 Meter“, sagt und lacht. „Drei Zentimeter mehr als gestern.“

Zwei weitere Kürbisse haben ebenfalls schon eine stattliche Länge erreicht. „Vor fünf Jahren war einer schon mal 1,43 Meter lang“, erzählt der 65-Jährige. Was da beim ihm so üppig wächst, weiß er nicht genau. Nur, dass er die Samen diesmal von einem Kollegen bekommen hat, der sie wiederum aus Griechenland mitgebracht hat.

Die zweite Feigenernte erwartet Ioannis Korestis schon bald.

Die zweite Feigenernte erwartet Ioannis Korestis schon bald. © Ronny von Wangenheim

Aus Griechenland, aus der Nähe von Thessaloniki, kommt auch Ioannis Korestis. Mit 14 Jahren zog er von dort mit seinen Eltern nach Castrop-Rauxel und blieb hier. 50 Jahre lebt er hier inzwischen, inzwischen ist er nach mehr als 40 Jahren bei nur einem Arbeitgeber in Rente gegangen.

Samen bekommt der Hobbygärner von Verwandten aus Griechenland

Mehr Zeit also noch für den Garten. Immer wieder finden sich hier auch Früchte und Gemüse, für die er von Verwandten Samen aus der alten Heimat bekommen hat. Zum Beispiel für die großen Fleischtomaten, die, wie der Name sagt, kaum Saft, dafür festes Fleisch haben. Viele anderen Tomatensorten finden sich. Die warmen Tage geben noch einmal einen Schub. „Es ist ein gutes Tomatenjahr“, sagt Ioannis Korestis.

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Er weist auf kleine grüne und längliche Paprika. Auch sie hat er aus griechischem Samen gezogen. Noch müssen sie wachsen. „Dann schmecken sie so lecker“, sagt er und führt drei Finger genießerisch an die Lippen. Was für kulinarische Leckereien aus den Früchten seines Gartens entstehen, auch das erzählt er gerne. Dass ein runder Kürbis – ja auch die gibt es bei ihm – demnächst klein geschnitten mit Käse in Blätterteig gebacken wird, darauf freut er sich schon jetzt.

Vier verschiedene Traubensorten wachsen hier. In früheren Jahren hat Ioannis Korestis daraus Wein gemacht.

Vier verschiedene Traubensorten wachsen hier. In früheren Jahren hat Ioannis Korestis daraus Wein gemacht. © Ronny von Wangenheim

Walnüsse, Äpfel, Kirschen, Mirabellen („der hatte dieses Jahr nur vier Früchte“), Birnen („der Baum war brechend voll“): All das wächst auf den Bäumen im Garten. Übervoll ist der Feigenbaum. Hier wird er Ende September ernten - zum zweiten Mal in diesem Jahr.

Aus Quitten entsteht köstliche Konfitüre

Die ersten goldgelben Quitten sind bereits heruntergefallen. Die eigentliche Ernte kommt erst in ein, zwei Wochen. Aus den Früchten entsteht Quittenkonfitüre. Die ist lecker und selten zu kaufen. In den Supermärkten findet man nur Quittengelee. Auch wenn Ioannis Korestis sonst der Küche fern bleibt: Hier ist sein Einsatz gefragt. „Die harten Quitten zu zerschneiden, braucht Manneskraft“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Zu den vielen Obstbäumen zählt auch dieser Apfelbaum, der reiche Ernte verspricht.

Zu den vielen Obstbäumen zählt auch dieser Apfelbaum, der reiche Ernte verspricht. © Ronny von Wangenheim

Am Spalier, an dem auch die Kürbisse wachsen, gedeihen auch Weintrauben. Vier Sorten hat der Ickerner angepflanzt. Zwei sind bereits abgeerntet. Früher hat er daraus oft selbst Wein gemacht. Mal gab es 10, mal 15 Liter, so erzählt er. Und ja, der habe gut geschmeckt.

Herkuleskeule wächst weiter, auch wenn man ein Stück abschneidet

Dann kommt er noch mal auf seinen Kürbis zurück. Er kennt einen guten Trick. „Den kann man einfach hier abschneiden“, sagt er und zeigt auf das untere Drittel des langen Gewächses. „Dann wächst er einfach weiter.“ Der geerntete Teil werde in Scheiben geschnitten und wie Zucchini verarbeitet.

Der Blick ins Internet bringt dann auch Erkenntnis über die Sorte. Eine seltene, ausgefallene Kletterpflanze für Spaliere, Geländer und Hauswände sei sie. Und für den Griechen Ioannis Korestis hat sie den passenden Namen: Herkuleskeule.

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