Kreis antwortet Bürgern nach über fünf Monaten auf Bitte um Denkmalschutz für die Eiche

dzAlte Eiche

Der Kreis hat Privatbürgern nun auf ihre Anträge zur Unterschutzstellung der Eiche geantwortet. Er schreibt, dass er den Erhalt des Baumes begrüßen würde. Warum das trotzdem nicht geht.

Castrop-Rauxel

, 12.09.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die deutlich über 20 Privatbürger, die sich in Sachen alte Eiche an die untere Landschaftsbehörde beim Kreis gewandt hatten, damit der Baum im geplanten Baugebiet „Wohnen an der Emscher“ als Naturdenkmal ausgewiesen wird, haben jetzt Antwort bekommen. Nach zum Teil deutlich mehr als fünf Monaten.

In dem Schreiben heißt es wörtlich: „Als ortsbildprägender Baum ist die Eiche durchaus erhaltenswert und der Kreis Recklinghausen würde einen Erhalt des Baumes als planerisches Element mit Wohlfahrtswirkung begrüßen.“ Jedoch sei dies von Seiten der Stadt Castrop-Rauxel in eigener Planungshoheit zu bewerten.

Schreiben listet auch die planerischen Fakten auf

Danach listet das Schreiben jene Fakten auf, die die Eichenprotagonisten vermutlich im Schlaf rezitieren können: Dass durch Beschluss der Stadt Castrop-Rauxel in der Ratssitzung am 4. April 2019 zum Bebauungsplan Nr. 245 die planerische Entscheidung getroffen worden sei, den Baum nicht zu erhalten.

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Des Weiteren liege den Eigentümern bereits eine Fällgenehmigung der Stadt vor. Seit wann es mehrere Eigentümer geben soll, geht aus dem Schreiben nicht hervor. Bislang war kommuniziert worden, es handele sich um die Firma Dreigrund in Herne.

Als die Anträge eingingen, war der B-Plan noch nicht rechtsgültig

Weiter lässt der Kreis wissen, dass er gleichwohl eine Ortsbesichtigung vorgenommen habe. Dabei habe sich nach sorgfältiger Prüfung und Einschätzung ergeben, dass der Baum trotz seines Alters und seiner Größe nicht die strengen Kriterien der Seltenheit, Eigenart oder Schönheit eines Naturdenkmals im Kreis Recklinghausen erfülle.

In diesem Zusammenhang sei zudem wichtig, schreibt der Fachdienst Umwelt des Kreises als Absender, dass die Ausweisung von Naturdenkmalen keine eigenständige Entscheidung der Unteren Naturschutzbehörde sei, sondern nur im Auftrag des Kreises erfolgen könne.

„Auftrag liegt nicht vor“

Und dann wörtlich: „Ein Auftrag die Verordnung ‚zur Ausweisung von Naturdenkmalen innerhalb des Geltungsbereiches von Bebauungsplänen‘ von 28.11.2003 zu ändern bzw. zu ergänzen liegt nicht vor.“ Leider sehe der Kreis Recklinghausen als Untere Naturschutzbehörde daher keine Möglichkeit, dem Anliegen stattzugeben.

Auch hier bleiben wieder Fragen offen, oder besser: Die Faktenlage kann man auch so deuten: Als die ersten Privatanträge zur Unterschutzstellung bei der Behörde eingingen, war der Stadtratsbeschluss von April nicht gefasst. So war der Bebauungsplan noch nicht rechtsgültig.

Fällerlaubnis erteilte die Stadt am 30. Juli

In einem Schreiben von Landrat Cay Süberkrüb an die grüne Kreistagsfraktion heißt es, dass die Stadt Castrop-Rauxel am 30. Juli eine Fällerlaubnis für die Eiche erteilt habe.

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