Kravanja zu Corona-Lockerungen: Verantwortung liegt bei den Bürgern

dzBürgermeister im Interview

Eltern können zur Übergabe der Abschlusszeugnisse kommen, das Parkbad Nord öffnet mit Online-Tickets. Es geht weiter mit Corona-Lockerungen. Bürgermeister Kravanja mahnt aber auch zu Vorsicht.

Castrop-Rauxel

, 21.05.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alle paar Tage verkündet die Landesregierung weitere Lockerungen im Kampf gegen das Coronavirus. Mittlerweile ist das Picknicken im Freien wieder erlaubt. Tattoo-Studios dürfen öffnen, und die Kitas sollen schneller als geplant zur Normalität zurückkehren.

Auch in Castrop-Rauxel wird es Ende Mai/Anfang Juni weitere Schritte geben, die das Leben ein Stück normaler machen. So solle „bis Ende des Monats“ das Parkbad Nord in Ickern öffnen, kündigte Bürgermeister Rajko Kravanja im Interview mit unserer Redaktion an. Auf einen genauen Termin wollte sich der Bürgermeister nicht festlegen, aber Zielsetzung sei es, Pfingsten (30.5.-1.6.) aufzumachen.

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Bürgermeister Kravanja: Halte weitere Lockerungen nicht für ausgeschlossen

Maximal 400 Freibad-Besucher

Klar sei bereits, dass die Besucherzahl am Anfang auf 400 Menschen begrenzt werde. Karten fürs Freibad sollen im Internet verkauft werden. Am Freibad-Eingang sollen die Tickets dann nur noch gescannt oder über einen QR-Code erfasst werden. So könne man sicherstellen, dass einerseits über den Online-Kauf die Daten der Menschen erfasst würden, das nicht am Eingang passieren müsse und dass es deshalb keine Schlangen am Eingang gebe.

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Auch andere Lockerungen werden im Juni greifen: Kravanja bestätigte, dass die Stadtverwaltung den Castrop-Rauxeler Schulen Stadthalle und Europahalle für Entlassfeiern zur Verfügung stellt.

Damit werde gewährleistet, dass auch Eltern und weitere Angehörige an den Zeugnisübergaben teilnehmen können. „Die Zeugnisübergabe, der Abschluss soll in einem halbwegs würdigen Rahmen stattfinden“, sagte Kravanja.

Öffnung für Eltern „eine gute Entscheidung“

Damit reagierte die Stadt auf die Entscheidung des Landes, dass Eltern wieder Schulgebäude betreten und an Zeugnisübergaben teilnehmen dürfen. „Das finde ich eine gute Entscheidung“, lobte der Bürgermeister.

Das Lob gelte aber nicht für alles, was die Landesregierung tut. Vor allem die „Frage der Kommunikation“ hätte man in Düsseldorf besser lösen kann, sagte Kravanja. Er räumte ein, selbst manchmal von Entscheidungen der Regierung überrascht zu werden: „Und wenn es mir persönlich schon so geht und uns als Verwaltung, wie soll es dann denen gehen, die nicht 8. 10, 12 Stunden am Tag damit beschäftigt sind?“

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Bei all den Lockerungen warnte der Bürgermeister, die Bürger dürften nicht vergessen, dass wir „immer noch in einer Corona-Situation sind, dass es immer noch keinen Impfstoff gibt und dass wir uns immer noch an Regeln halten müssen. Es ist die größte Gefahr, dass wir anfangen, von den Regeln abzusehen“, sagte Kravanja.

Corona-Gefahr „noch nicht vorbei“

Er machte das auch an einem Beispiel fest: „Wenn ich auf der Wiese sitze und Menschen mit 50 Zentimetern Abstand an mir vorbeilaufen, obwohl man durchaus einen größeren Bogen machen könnte, dann merke ich schon, dass da Dinge wieder einreißen.“ Die Corona-Gefahr sei definitiv „noch nicht vorbei“.

In diesem Zusammenhang appellierte Kravanja an die Verantwortung des Einzelnen: „Wir haben als Staat die Verantwortung wieder den Bürgerinnen und Bürgern übergeben, sodass die Menschen selber die Entscheidungen treffen können.“ Aber es gelte: „Nicht alles, was man jetzt darf, muss man auch tun!“ Vielmehr müsse jeder für sich selbst abwägen, ob sein Handeln sinnvoll sei.

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Für den Vatertag am Donnerstag (21. Mai) kündigte Kravanja Kontrollen des Abstandsgebotes und des Kontaktverbotes durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes an. „Wir sind vor Ort, ja“, sagte der Bürgermeister. Allerdings gebe es kein Extra-Personal.

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