Für Castrop-Rauxeler Taxi-Unternehmen ist es eine gute Nachricht, dass Fahrten zum Impfzentrum unter Umständen bezahlt werden. Aber andere Einnahme-Ausfälle kann das wohl nicht ersetzen. © Archiv
Taxi-Schein

Krankenkassen bezahlen manchen Castrop-Rauxelern Fahrt zum Impfzentrum

Viele Castrop-Rauxeler fragen sich, wie sie zur Corona-Impfung das Impfzentrum in Recklinghausen erreichen und die Fahrt bezahlen sollen. Für einige gibt es nun Entwarnung.

Nach Auskunft des Verbandes der Ersatzkassen (VdEK) in Nordrhein-Westfalen sollen bestimmte Personengruppen die Fahrten zu den Corona-Impfzentren erstattet bekommen. Damit entspricht man einem Vorschlag des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen

Es gibt aber eine Reihe von Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um die Erstattung der Fahrtkosten durch die Kassen zu erhalten.

Darauf hat auch Castrop-Rauxels Bürgermeister Rajko Kravanja am Mittwoch in seiner Bürgermeistersprechstunde hingewiesen.

„Für die, die nicht mobil sind, gibt es jetzt die Möglichkeit, sich vom Hausarzt einen ‚Taxi-Schein‘ ausstellen zu lassen“, sagte Kravanja. Aktuell gebe es aber noch hin und wieder Probleme damit, denn in Castrop-Rauxel seien noch nicht alle Hausarztpraxen über diesen „Taxischein“ informiert.

Zuzahlung notwendig

Laut VdEK-Informationen werden ausschließlich die Fahrkosten zu Impfzentren mit dem Taxi oder einem höherwertigen Transportmittel übernommen. Anfahrten mit Bussen und Bahnen oder privaten Fahrzeugen sind nicht erstattungswürdig. Versicherte müssen außerdem eine gesetzlich vorgeschriebene Zuzahlung von fünf bis zehn Euro pro Fahrt leisten.

Den „Taxi-Schein“ können Hausärzte Menschen ausstellen, die in ihrer Mobilität sehr stark eingeschränkt sind und einen Schwerbehindertenausweis vorlegen können, auf dem eine außergewöhnliche Gehbehinderung, Blindheit oder Hilfslosigkeit angegeben ist.

Der Schwerbehindertenausweis muss also mit den Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“ versehen sein. Auch Patienten, die Pflegegrade 3 (mit dauerhafter Beeinträchtigung der Mobilität), 4 oder 5 aufweisen, können von der Erstattung der Fahrtkosten Gebrauch machen.

Hoffnung für Taxi-Unternehmer

Für Castrop-Rauxeler Taxi-Unternehmer könnte die Neuregelung künftig ein Ende der durch die Corona-Pandemie anhaltenden Auftragsflaute bedeuten. Die jüngste Enttäuschung bedeutete für viele die Absage von Silvesterpartys. In normalen Jahren ist Silvester einer der besten Tage für die Taxi-Branche.

„Natürlich kommt uns das zugute und es definitiv ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Christian Wember, Chef von Taxi Bucher. Dass die Regelung nun die Verluste der vergangenen Zeit in der Taxi-Branche auffangen könnte, hält er aber für unrealistisch: „Taxi-Unternehmen leben vom öffentlichen Leben. So lange das nicht wieder hergestellt ist, kehrt keine Normalität ein“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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