Kommentar: Corona und die Kandidatenfrage entscheiden die Wahl

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Der Triumph für Bürgermeister Rajko Kravanja ist zum Teil auf seine eigene Stärke zurückzuführen. Aber ebenso sicher ist: Seine wichtigsten Gegner sind bei den Wählern nicht angekommen.

Castrop-Rauxel

, 13.09.2020, 22:25 Uhr / Lesedauer: 1 min

Rajko Kravanja und die ganze Castrop-Rauxeler SPD sind die großen Gewinner des Kommunalwahl-Abends. Während die SPD bundespolitisch seit langem unter 20 Prozent dümpelt und auf Landesebene viel verloren hat, ist sie in Castrop-Rauxel die klare Nummer 1 geblieben.

Zu einem erheblichen Teil hat Kravanja seinen Sieg einem Amtsinhaber-Bonus zu verdanken, der auch in Bochum oder Essen zu einer Wiederwahl der Amtsinhaber geführt hat. Kravanja hat sich diesen Bonus in der Corona-Pandemie mit einem sehr guten Krisenmanagement verdient – selbst seine Kontrahenten haben dies eingeräumt.

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Tatsache ist aber auch, dass weder Grüne noch CDU mit ihren jeweiligen Spitzenkandidaten bei den Wählern punkten konnten. Für beide ist das bitter. Für die Grünen, weil Manfred Fiedler zwar verglichen zu 2015 deutlich zugelegt, aber weit weniger Stimmen geholt hat als seine drei Unterstützer-Parteien bei der Ratswahl. Mit einem populäreren Kandidaten (noch besser: einer populäreren Kandidatin) wäre sicher mehr gegangen.

Wenigstens können sie sich damit trösten, dass die Zeit für sie spielt, die Grünen bei Jungwählern populär sind. Für die CDU ist die Tendenz dagegen klar negativ. War die Wahl 2015 noch spannend, liegt ihr Kandidat Oliver Lind nun Lichtjahre hinter Kravanja. Die Stichwahl wird für Lind aussichtslos. Freude über Platz 2 ist fehl am Platze.

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