Swimmingpools in Castrop-Rauxeler Kleingärten unerwünscht

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In der Dortmunder Kleingarten-Szene ist in den heißen Tagen ein hitziger Konflikt um die Pools im Kleingarten entbrannt. In Castrop-Rauxel ist die Lage klar.

Castrop-Rauxel

, 10.08.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Stadtverband Dortmunder Gartenvereine möchte lehnt große Swimmingpools in den Dortmunder Kleingärten ab. Die Reaktionen sind massiv, von Kinderfeindlichkeit ist die Rede und von spießigen Kleingärtnern.

Die Lage in Castrop-Rauxels Kleingärten unterscheidet sich grundsätzlich nicht von der in Dortmund: Auf die großen Swimmingpools angesprochen, ist die Antwort von Stephan Bevc, 1. Vorsitzender des Bezirksverbands Castrop-Rauxel/Waltrop der Kleingärtner e.V., eindeutig: „Das ist grundsätzlich eine Sache, die nicht geht.“

Keine Chemie im Garten

Die Argumente der Pool-Gegner beziehen sich gar nicht so sehr auf zu viel Kinderlärm. Stephan Bevc verweist auf eine Umweltproblematik: „Viele wissen nicht, dass dieses Poolwasser nicht zum Gießen benutzt werden darf. Durch die Chemikalien, die das Wasser sauer halten, darf das Wasser nicht im Garten entsorgt werden."

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Das sind auch die Beweggründe des Stadtverband Dortmunder Gartenvereine. Zudem kritisiert der Verband den hohen Wasserverbrauch der Pools. Die Befürworter des Badespaßes im Kleingarten zeigen auf chemiefreie Varianten, um das Wasser zu pflegen.

Diese Pools haben für die Kleingärtner in Castrop-Rauxel nichts auf dem Rasen verloren.

Diese Pools haben für die Kleingärtner in Castrop-Rauxel nichts auf dem Rasen verloren. © picture alliance/dpa

Viele Kleingärtner sind wegen des Verbotes enttäuscht. Vor allem, da die Freibäder wegen der Corona-Begrenzung oft frühzeitig ausgebucht sind. Auf Facebook schreibt eine Nutzerin: „Das ist schon traurig, dass man den Kindern so etwas vermiest. Die Schwimmbäder sind auch alle voll, und man muss sich anmelden.“

Allerdings gibt es im Netz auch Verständnis. Schließlich ist man in einer Kleingartenanlage nicht allein. Ein User schreibt dazu: „Dafür gibt es die Kleingartenverordnung, die jeder Kleingärtner unterschrieben hat. Wem die Regeln nicht passen, der darf sie auch nicht unterschreiben. Geduldet heißt noch lange nicht, dass es erlaubt ist."

Probleme zwischen Mitgliedern und Vorstand

Auch Stephan Bevc muss zugeben, dass es in Castrop-Rauxel immer wieder Knatsch wegen der Pools gibt: „In den Vereinen ist es oft problematisch zwischen dem Vorstand und den Mitgliedern“.

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Trotzdem kann er die Kinder in den Kleingärten beruhigen. Kleine Planschbecken, die nicht mehr als 2000 Liter fassen, dürfen im Garten aufgestellt werden. Das bedeutet, kleine Planschbecken sind erlaubt. Doch ganz wichtig dabei bleibt: „Es darf keine Chemie verwendet werden.“

„Wir sind ein sehr offener Verband“, findet Stephan Bevc. Nur beim Thema Pool und Schutz des Gartens bleibt der Verband in Castrop-Rauxel bei seiner strengen Linie.

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