Die Kitas wie die Caritas-Kindertagesstätte am Meisenweg sollen in den kommenden Wochen möglichst leer bleiben. © Helmut Orwat
Coronavirus

Kitas im Pandemiebetrieb: Gebühren zumindest teilweise erstatten

Kitas gehen in den Pandemiebetrieb. Elternvertreterin Nadine Rode-Tost sagt: „Wir müssen die Zähne zusammenbeißen.“ Castrop-Rauxels Bürgermeister Kravanja begrüßt die Regelung und hat Forderungen.

Erzieher, Eltern, Arbeitgeber: Sie alle haben gespannt gewartet, wie es im harten Lockdown weitergeht in den Kindertageseinrichtungen und Schulen des Landes. Viele Kita-Eltern haben bereits seit Mitte Dezember ihre Kinder zu Hause betreut. Ab Montag (11.1.) gilt nun bis Ende des Monats der Pandemiebetrieb für die Kitas.

Nadine Rode-Tost (39) ist Vorsitzende des Jugendamtselternbeirats in Castrop-Rauxel. Die Mutter von fünf Kindern, von denen zwei die Kita Villa Kunterbunt in Ickern besuchen, weiß aus der Erfahrung des ersten Lockdowns, dass wieder schwierige Zeiten auf die Eltern zukommen: „Es ist nervenaufreibend.“

Für sie gilt aber: „Die Gesundheit geht vor.“ Aus dem Kontakt mit Elternvertreterinnen anderer Kitas in Castrop-Rauxel kann sie berichten, dass die meisten Eltern bereits den Appellen gefolgt sind und ihre Kinder zu Hause betreut haben.

Ab Montag werden nun die Betreuungszeiten für jedes Kind um zehn Stunden pro Woche gekürzt. Gruppen sollen streng voneinander getrennt werden. NRW-Minister Joachim Stamp appellierte bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit seiner Kollegin Yvonne Gebauer am Mittag: „Je weniger Kinder in die Kitas kommen, desto einfacher ist es für die Erzieher, den Alltag dort vor Ort zu organisieren. “

Kontaktbeschränkungen erschweren es, Betreuung zu organisieren

Schwerer, die Betreuung zu organisieren, werde es allerdings durch die neuen Kontaktbeschränkungen, befürchtet Nadine Tode-Rost. Schließlich kann jetzt ein Haushalt nur mit einem anderen Menschen zusammentreffen.

Auch wenn es nicht so klar geregelt ist wie im Frühjahr, hofft sie dennoch, dass auch jetzt nur die Eltern mit systemrelevanten Berufen die Kita-Betreuung nutzen. „Man schützt und entlastet nicht nur die Betreuer, sondern schützt sich auch selber“, sagt sie. Hilfe können die zusätzlich gewährten Kinderkrankentage bieten.

Um die Kita-Gebühren hat sich die Castrop-Rauxeler Vertreterin der Kindertageseinrichtungen noch keine Gedanken gemacht. Dafür sei die Zeit vor den Weihnachtsferien und jetzt noch zu kurz. Die Landes-SPD forderte am Mittwoch, dass auf die Gebühren verzichtet werden solle, wenn Kita- oder OGS-Angebote nicht in Anspruch genommen werden können. Und zwar rückwirkend auch für Dezember und den Januar.

Ein Erlass der Gebühren, eventuell auch teilweise, findet Nadine Rode-Tost erst bei längerer Dauer notwendig. „Das soll die Stadt entscheiden“, sagte sie am Mittwoch im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich bin sicher, dass die Stadt uns da wieder entgegenkommen wird.“ Bürgermeister Rajko Kravanja habe schon im ersten Lockdown im Frühjahr gut reagiert.

Bürgermeister Kravanja fordert Erstattung der Kitagebühren

Kravanja begrüßte am Mittwoch ausdrücklich die von der Landesregierung getroffenen Regelungen. „Jetzt heißt es aber noch einmal, gemeinsam diese Zeit durchzustehen und die hohen Infektionszahlen wieder auf ein Niveau zu senken, das unser Gesundheitssystem nicht überlastet“, sagte er auf Anfrage. Man müsse jetzt die entscheidenden Weichen stellen, um die Zahlen nicht explodieren zu lassen.

Auch die Kita-Gebühren hat der Bürgermeister im Blick: „Eine klare Forderung an die Landesregierung ist, dass die Kita-Gebühren ganz oder wenigstens teilweise erstattet werden.“ Der SPD-Mann ist da also ganz auf der Linie seiner Partei.

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Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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