Von 200 Arbeitsplätzen ist die Rede, von 40 Millionen Euro Bauvolumen: Die Confirmus GmbH hat große Pläne für die Freifläche zwischen B235 und EvK. Im Herbst soll es schon losgehen.

Castrop-Rauxel

, 14.02.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zuletzt war es das Evangelische Krankenhaus selbst, das auf seinem Gelände groß gebaut hat. Dann kam die L‘Osteria hinzu. Jetzt geht der Baubetrieb am EvK bald weiter: Die Firma Confirmus aus Herne plant den Bau eines Gesundheitscampus mit Zentralküche, Zentralapotheke, eine Kita für das EvK, einen Johanniter-Standort und ein Pflegeheim mit über 100 Plätzen auf der 2,3 Hektar großen Freifläche zwischen Krankenhaus und B235. Diese Pläne stellte Geschäftsführer Bernd Kaffanke am Dienstagabend im Ausschuss für Wirtschaftsentwicklung vor.

Kita, Großküche, Zentralapotheke: 40-Millionen-Euro-Investition zwischen EvK und B235

Geschäftsführer Bernd Kaffanke (l.) und Jürgen Dietz von den Gesellschaften Confirmus und Protea aus Herne planen ein 40-Millionen-Euro-Invest auf der Vorfläche des Evangelischen Krankenhauses neben dem Café del Sol und der L'Osteria. © Tobias Weckenbrock

Die Bausteine im Einzelnen:

Zentralküche: Die Einrichtungen von Protea Care GmbH, die ebenfalls Bernd Kaffanke gehört, also Pflegeheime an unterschiedlichen Standorten in der Region mit am Ende 1000 Pflegebetten, sollen hier auf zwei Produktionsstraßen mit Essen versorgt werden. Auch das Evangelische Krankenhaus wird seine Küchen aus Witten und Herne hier aufgehen lassen. „Damit sinken die Preise pro Essen aufgrund der Größe“, sagt Kaffanke. 3000 Essen am Tag sollen hier zubereitet werden. Über die Qualität sagt er: „Essen ist der Sex im Alter.“ Darum werde die Küche eine hohe Qualität anbieten.

Zentralapotheke: Hier soll sowohl für das EvK, als auch für die Pflegeeinrichtung der Confirmus das Medikamenten-Management ablaufen. Die GmbH tritt nur als Bauherrin, nicht als Betreiberin auf. Den Betrieb übernimmt die Evangelische Krankenhausgemeinschaft.

Johanniter-Standort: Die Johanniter bekommen eine Notrufzentrale ihres Hausnotrufsystems für Senioren, die noch zu Hause wohnen. Dazu gehört ein kleiner Fuhrpark an Autos, mit denen die Mitarbeiter zu den Kunden eilen können, die Hilfe brauchen.

Kindertagesstätte: Am hinteren Ende des Baugebiets wird eine Kita gebaut, damit es keinen passierenden Autoverkehr gibt. Das Gebiet wird über die Grutholzallee erschlossen und keinen weiteren direkten Anschluss an die B235 haben. „Eine Kita, die Castrop-Rauxel wie viele andere Städte dringendst braucht“, so Kaffanke.

Pflegeheim: Die Protea Care wird das hier gebaute Pflegeheim betreiben, über das der Chef sagt: „Es wird kein Pflegeheim wie viele andere, sondern eher ein Hotel, in dem man Pflegeleistungen bekommt.“ Über 100 Betten sind geplant: 80 Pflegeplätze, 12 Demenz-Plätze, im Obergeschoss 35 Kurzzeitpflegeplätze, für die es laut Kaffanke riesigen Bedarf gibt. Und was heißt „Hotel“ konkret? „Wir wollen im Erdgeschoss eine Bar haben, in der Live-Fußball auf Sky zu sehen sein soll. Und wir haben in Herne Deutschlands erstes klimatisiertes Pflegeheim. Das geht bei diesen Einrichtungen nicht mit einer Klimaanlage, sondern mit Betonkernkühlung über kaltes Wasser, das wie bei einer Fußbodenheizung durch die Decke geleitet wird“, erklärt Kaffanke seinen Plan für Castrop-Rauxel.

Zum Zeitplan:

Erste Gespräche soll es schon vor vier Jahren gegeben haben, erst mit der EvK-Geschäftsführung, dann auch mit Bürgermeister Johannes Beisenherz. Der Bebauungsplan muss komplett überarbeitet werden. Bauanträge und Vorarbeiten sind laut Kaffanke fertig, bis auf eine „kleine Formalie“: die der Bedarfsbestätigung. Der Kreis Recklinghausen prüft dabei, ob genug Bedarf an Pflegeplätzen besteht. Zwischen dem 1. September und 1. Oktober sollen laut aktueller Planung des Investors die ersten Bagger rollen.

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