Villa Kunterbunt muss umziehen: Einige Eltern sind in Sorge, doch viele packen mit an

dzKindertagesstätte

Die Kinder der Villa Kunterbunt an der Zechenstraße müssen raus aus dem Gebäude in Ickern: Wasserschaden! Nächste Woche geht es richtig los. Am neuen Standort lauern noch Probleme.

Ickern

, 13.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Vom 15. bis 18. Juli bleibt der Kindergarten in Ickern geschlossen, am 19. Juli geht der Betrieb weiter - allerdings an einem neuen Standort: Der Pavillon der Janusz-Korczak-Gesamtschule an der Waldenburger Straße ist dann (vorübergehend) das neue Zuhause.

Ein Umzugsunternehmen packt Möbel und Spielsachen an der einen Stelle ein und an der anderen wieder aus. Die Wiese hinter dem Schulhof soll dem Kindergarten als Außengelände dienen - abgetrennt durch Bauzäune. „Dafür brauchen wir noch einen Sichtschutz“, sagt Denis Kleinhaus, Vorsitzender des Fördervereins.

Viele Dinge werden demnächst fehlen

Kleinigkeiten würden an allen Ecken und Enden fehlen: Matschbecken nehmen sie mit, Gartenschläuche fehlen aber. An der Zechenstraße dienen Sandsteinblöcke als Sitzgelegenheit für die Kinder, die Blöcke ziehen nicht mit um - auch hier packen Eltern und Förderverein an und bauen Bänke am neuen Standort.

Die Erzieherinnen haben mit den Kindern den Umzug zu ihrem Projekt gemacht. „Was muss man alles bei einem Umzug machen? Was macht ein Klempner, was ein Bauarbeiter?“: Das waren Fragen, die mit den Kindern erarbeitet wurden.

Kinder sangen „Wer will fleißige Handwerker sehen?“

Denn ein paar bauliche Veränderungen waren im Vorfeld im Pavillon noch nötig, teilt auch die Stadt auf Anfrage mit: So wurden Toiletten und Waschbecken auf die Bedürfnisse der Kinder angepasst. Ein weiterer Handlauf auf Höhe der Kinder musste her - und der Zaun für das Außengelände. Mit Spielen und Liedern wie „Wer will fleißige Handwerker sehen“ wurden die Kinder auf die neue Situation vorbereitet.

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„Man muss das Beste daraus machen“, sagt Denis Kleinhaus. Er weiß, dass einige Eltern mit dem neuen Standort in den Aapwiesen Probleme haben, weil er für sie nicht wohnortnah ist. „Einige haben jetzt weitere Wege und kein Auto“, so Kleinhaus.

Die Wege in die Aapwiesen sind weiter

Inwiefern die Kooperation mit der Marktschule Bestand haben kann, wird sich zeigen müssen. Die Vorschulkinder waren dort bisher regelmäßig zu Besuch, um ihnen den Übergang zu erleichtern. Auch hier ist der Weg jetzt deutlich weiter.

Die Eingewöhnung der neuen Kinder beginnt direkt nach dem Umzug. Hier gibt es noch ein Problem: Eine Mutter sitzt im Rollstuhl und braucht eine Rampe, um in den Pavillon hereinzukommen. Treppen gibt es deutlich mehr als an der Zechenstraße. Auch die Mensa ist in der oberen Etage.

Während bisher alle Kinder in Gruppenräumen gegessen haben, müssen sie jetzt zusammen in die Mensa. Vorteil: Das Essen kann direkt vor Ort zubereitet werden. Kleinhaus: „Die Situation ist insgesamt nicht schön, aber nicht änderbar.“

Weite Spanne: So lange soll die Sanierung dauern

Wie lange das Provisorium Bestand haben wird, ist unklar. Der Wasserschaden im Gebäude an der Zechenstraße muss erst genau lokalisiert und dann behoben werden.

Die Verantwortlichen gehen bisher von einem halben bis eineinhalb Jahren aus. 78 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren werden in der Villa Kunterbunt betreut. In der zweiten Sommerferien-Hälfte schließt die Kita.

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Die Kita spricht bei all dem Wirbel und Ärger auch Dank aus: dem Förderverein für die viele Hilfe, heißt es aus der Pressestelle der Stadtverwaltung. Anderen Kitas im Verbund der Familienzentren „Stark in Ickern“ und der Kinderburg. Den Bewohnern der städtischen Unterkunft an der Waldenburger Straße - sie halfen dabei, den Pavillon leer zu ziehen.

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Das Lensing Media Hilfswerk schüttete unter anderem 3000 Euro an den Förderverein der Kita Villa Kunterbunt aus. Der Vorsitzende Dennis Kleinhaus (2.v.l.) freute sich über das Geld. © Iris Müller

Das Lensing Media Hilfswerk hilft mit 3000 Euro Spende, die Firma Lucas + Durski Spalttechnik gestaltet mit ihren Auszubildenden den Außenbereich und die Eingrenzung neu. Dafür schaffte die Stadt auch mobile Spielelemente an, die zurück nach Ickern umziehen.

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