Mama Jennifer Guzy: „Nur der Stärkere überlebt darf doch für unsere Kinder nicht gelten!“

dzSchulentwicklung

Die Schulen in Castrop-Rauxel seien überfüllt, laut und überfordert, findet Jennifer Guzy. Die besorgte Mutter vergleicht die Zustände an den Schulen mit dem Tierreich. Ein Gastbeitrag.

Castrop-Rauxel

, 14.11.2019, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Castrop-Rauxel erwartet in den nächsten Jahren mehr Schüler im Stadtgebiet. Der Grund für diese Tendenz seien die Zuwanderung und höhere Geburtenraten, so die Sozialdezernentin Regina Kleff gegenüber unserer Zeitung.

Gerade an den weiterführenden Schulen hat sich die Situation verschärft. Im vergangenen Jahr starteten 98 Castrop-Rauxeler Schüler auf weiterführenden Schulen außerhalb des Stadtgebiets.

Aufgrund dieser Umstände ist Jennifer Guzy, eine Mutter aus Castrop-Rauxel, besorgt. Sie ist Mutter zweier Kinder, die sechs und neun Jahre alt sind. Außerdem ist sie Klassenpflegschaftsvorsitzende der Klasse 3a an der Marktschule in Ickern.

Der offene Brief von Jennifer Guzy im Wortlaut:

Spätestens mit dem zweiten Halbjahr der dritten Klasse, oft schon eher, stellt sich für die Eltern eines Grundschülers die Frage nach der passenden, weiterführenden Schule.

Mama Jennifer Guzy: „Nur der Stärkere überlebt darf doch für unsere Kinder nicht gelten!“

Jennifer Guzy, Mutter zweier Kinder, macht sich Sorgen um die Schullandschaft, in der ihre Kinder in Castrop-Rauxel aufwachsen. © Guzy

Wir Eltern in Castrop-Rauxel stellen uns diese Frage momentan nicht nur in Hinblick darauf, ob das Kind an einer Gesamt- oder Realschule oder auf dem Gymnasium besser aufgehoben sein könnte.

Welche Schule hat noch Platz?

In der momentanen Situation stellen wir Eltern uns eher andere Fragen: Welche Schule hat noch Platz für unsere Kinder? Welche Schule kann aufgrund der enormen Schülerzahl überhaupt noch adäquat unterrichten und die Lernziele mit allen Schülern erreichen? Wo findet sich mein Kind, trotz räumlicher Enge und Lautstärke, wegen großer und vieler Klassen überhaupt noch zurecht?

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Diese und noch weitere Fragen begründen sich auf der derzeitigen Schulsituation in Castrop-Rauxel. Die Schulen, ganz egal welcher Schulform, sind überfüllt, laut und überfordert!

Es ist dringend an der Zeit, zu reagieren!

Es ist verständlich, dass die Janusz-Korczak-Schule damals geschlossen wurde, da es unter anderem damals zu wenig Neuanmeldungen gegeben hatte. Nun ist es allerdings dringend an der Zeit, auf die Stadtentwicklung zu reagieren und die Situation zu entzerren!
Den Schülern und Eltern ist nicht damit geholfen, dass sie einen Platz in einem 5. oder 6. Klassenzug bekommen. Die Enge, Lautstärke, mangelnde Zeit und Aufmerksamkeit der überforderten Lehrer machen aus den Kindern keine besseren Schüler und belasten die Eltern sehr.

Die meisten Eltern haben den Anspruch, dass ihre Kinder einen guten Schulabschluss erreichen sollten. Aber was nützt ein Schulabschluss, wenn die Lerninhalte nicht vermittelt wurden und werden konnten. Das Motto der Tierreichs „Nur der Stärkere überlebt“ darf doch für unsere Kinder nicht gelten!

Was hindert die Stadt daran?

Was hindert die Stadt daran, auf diese Situation zu reagieren? Warum werden noch Verhandlungen geführt? Ob eine Gesamtschule sich einen zweiten Standort vorstellen kann oder nicht, sollte anhand der Rahmenbedingungen, durch die Stadt und die Kommune, in eine positive Richtung gedreht werden!

Was brauchen die Schulen, um den zweiten Standort händeln zu können? Warum werden ihnen seitens der Stadt und der Kommune diese Mittel nicht sofort zur Verfügung gestellt? Es wurde einstimmig von allen Beteiligten festgestellt: Die Situation an den weiterführenden Schulen ist derzeit so nicht tragbar!

Die Zukunft ist ungewiss an den Schulen

Ich frage die verschiedenen zuständigen Gremien: Warum wird zugelassen, dass die Kinder abwandern müssen in umliegende Städte, um auf eine weiterführende Schule gehen zu können?

Die Ungewissheit, ob wir für unser Kind 2021 einen Platz an einer weiterführenden Schule in der Nähe bekommen und ob es dort gut untergebracht sein und lernen wird, macht mich traurig.

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