Ist das Parken an der Glückaufstraße gegenüber vom Stadtgarten nun erlaubt oder nicht? Ein dort erhaltenes Knöllchen sorgt bei Uwe Trockel für Verwunderung. Es fehlt ihm eine eindeutige Regelung.

Castrop

, 13.10.2018, 19:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Zahnarztbesuch am Stadtgarten wurde Ende August für Uwe Trockel gleich doppelt unangenehm. Als er zurück zu seinem Auto kommt, klemmt ein Knöllchen unter dem Scheibenwischer. Sein Auto ist das erste einer langen Reihe. „Ich bin dann alle anderen Autos abgelaufen, die auf dieser Seite parkten“, sagt Uwe Trockel. Doch nur an seinem Auto steckte das orangefarbene Stückchen Ordnungswidrigkeiten-Papier.

Uwe Trockel wundert sich. Denn am Stadtgarten, von der Glückaufstraße bis zur Kurve Beethovenstraße, parken jeden Tag Autos auf der linken Seite. Ein Schild, dass an dieser Stelle Halte- oder Parkverbot bestehe, hat er dort aber nirgendwo gesehen. Der 75-Jährige kann sich das nur so erklären: „Wahrscheinlich wertet die Stadt den Teil noch als Gehweg und nicht als Parkplatz“, sagt er. Doch das sei Quatsch. Nach der abgesenkten Bordsteinkante sei noch jede Menge Platz gewesen für Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen.

Eine klare Markierung gibt es hier nicht

Eine klare Markierung, wo die Parkbuchten anfangen und enden, gibt es dort auch nicht. Einfacher wäre es ja dann, die betroffene Stelle mit weißer Farbe zu schraffieren – wie an vielen anderen Stellen, an denen nicht geparkt werden darf, üblich. Die Idee, dass der Parkplatz als Gehweg freibleiben müsse, um auf die andere Straßenseite zu kommen, verwirft er auch wieder. „Direkt gegenüber ist die Straße. Der Gehweg fängt erst viel weiter links an“, sagt er. Und auf der linken Seite, der, auf der er geparkt hat, sei auch der Bordstein in Richtung andere Straßenseite nicht abgesenkt.

„Das ist ein Schildbürgerstreich“, sagt Uwe Trockel. Ihm gehe es nicht um die 20 Euro, die er an die Stadt zahlen soll. „Ich will nur wissen, was hier erlaubt ist und was nicht. Und die Stadt soll das dann klar kommunizieren und ordentlich beschildern.“ Schließlich wolle er Klarheit für sich und die anderen Autos, die dort regelmäßig parkten.

Trockel hat Einspruch eingelegt

Uwe Trockel hat bei der Stadt Akteneinsicht genommen und sich dort auch die Fotos, die die Politessen gemacht hatten, angeschaut. „Da hat man mir gesagt, dass das Parken dort toleriert werde“, sagt Trockel. Nach der Akteneinsicht legte er Einspruch gegen die Verwarnung ein. Er sagt: „Wenn auf der linken Seite nicht geparkt werden darf, möchte ich auch gleiches Recht für alle. Wieso soll ich als Einziger ein Knöllchen bezahlen? Das widerspricht dem Grundsatz von Gleichheit.“ Die Stadt könne sich bei der klammen Haushaltslage wohl kaum erlauben, auf mehrere Hundert Euro von den anderen Falschparkern zu verzichten.

Trockels Parkplatz gehört zum Gehweg

Doch was ist jetzt wirklich dort erlaubt, und was nicht? Wir fragten nach. Bei dem asphaltierten Stück – auf dem Uwe Trockel geparkt hat –  handele es sich tatsächlich um einen Gehweg, teilte die Stadt unserer Redaktion darauf mit. „Auf Gehwegen darf grundsätzlich nicht geparkt werden, außer es ist ausdrücklich durch eine entsprechende Beschilderung erlaubt“, so Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann.

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