Internet-Betrügereien sollten Castrop-Rauxeler kurzfristig Bares bringen

dzHaftstrafe zu befürchten

Weil ständig Ebbe in der Kasse war, versuchte ein 28-jähriger Castrop-Rauxeler, sich über fingierte Online-Verkäufe „Kredit“ zu verschaffen. Doch dabei stellte er sich nicht allzu clever an.

Castrop-Rauxel

, 04.09.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Ausbildung im Bereich Lagerlogistik und soll künftig eine solide Basis für ein geregeltes Leben und regelmäßige Einkünfte eines Castrop-Rauxelers sein. Denn bislang hat der 28-Jährige, der ständig klamm war, eher unlautere Wege zur Kreditbeschaffung beschritten.

Fingierte Online-Verkäufe sollten ihm – zumindest kurzfristig – Bares verschaffen. Das Finanzierungsmodell: Über Ebay-Kleinanzeigen hochwertige Dinge anbieten, kassieren, aber nichts versenden. Ein Modell, das den jungen Mann schon mehrfach vor Gericht und auch ins Gefängnis gebracht hat.

Wie auch jetzt wieder. Am 21. August 2019 hatte der Angeklagte ein Sonos-Gerät mit Subwoofer für 800 Euro angeboten und verkauft, eine Woche später eine Sonos-Soundbar für 420 Euro. Geräte, die wirklich existierten, allerdings dem Vater gehörten und auch in dessen Besitz bleiben sollten. Die Käufer warteten vergebens – und klagten.

Bewährungshelfer enttäuscht

Weil der 28-Jährige bei den Geschäften seine echte Kontoverbindung angegeben hatte, kam man ihm schnell auf die Schliche. Wie schon Monate zuvor, als er diverse Lego-Sets meistbietend verkauft, aber nie geliefert hatte. Obwohl der Verteidiger das „selten dämliche“ Verhalten seines Mandanten mit jugendlicher Unreife erklären wollte, stimmte das weder Staatsanwaltschaft noch den Strafrichter milde.

Der Bewährungshelfer konnte nicht viel Positives berichten. „Seit der Verhandlung im letzten November ist der Kontakt abgerissen“, sagte er. Dabei kennt sein Klient die Regeln der Bewährungsaufsicht schon länger. 16 Vorstrafen hat er bereits angesammelt: Einbruch, Sachbeschädigung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und immer wieder Betrug.

So kassierte der 28-Jährige im vergangenen November, im Lego-Fall, auch eine Bewährungsstrafe, gegen die er in Berufung gegangen ist. Das Verfahren vor dem Dortmunder Landgericht ist für Ende September terminiert. Und nun noch das neue Verfahren wegen gewerbsmäßigen Betrugs.

Berufungsverfahren

Denn daran änderte auch das Geständnis nichts. Es gab für den Wiederholungstäter eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten – ohne Bewährung. Zudem soll die zu Unrecht kassierte Summe eingezogen werden.

Doch der Richter zeigte dem 28-Jährigen, dessen Weiterbildungs-Kurse noch bis zum Februar 2021 laufen, eine Möglichkeit auf, die Haft nach hinten zu schieben: indem er wieder Berufung gegen das Urteil einlegt.

Weil dieser Fall mit dem laufenden Verfahren am Landgericht Gesamtstrafen-fähig ist, könnte diese Verhandlung so aufgeschoben werden. Die Richter in Dortmund entscheiden dann, ob er eine Strafe absitzen muss oder noch einmal mit einer Bewährung davonkommt.

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