Für Menschen unter 65 Jahren, die derzeit geimpft werden, gibt es den Astrazeneca-Impfstoff. © dpa
Coronavirus

Impftermine: Kreis Recklinghausen arbeitet an eigenem System

Könnte ein Ticket-System wie Eventim problemlos Impftermine organisieren? Diesen Weg geht Dortmund. Der Kreis Recklinghausen setzt auf eigene Kräfte und arbeitet an einem Online-Portal.

Die Vergabe der Corona-Impftermine läuft über die Kassenärztliche Vereinigung, wenn es um die über 80-Jährigen geht, die in das Impfzentrum nach Recklinghausen kommen. Alle anderen Termine werden vom Kreis Recklinghausen vereinbart. Das ist anspruchsvoll. In anderen Städten und Kreisen setzt man auf private Partner.

Die Stadt Dortmund hat sich für die neue Aufgabe mit Eventim einen privaten Dienstleister gesucht, der normalerweise Konzertkarten verkauft. Am 5. Februar hatte das Land recht kurzfristig mitgeteilt, dass die Vergabe bestimmter Corona-Impftermine künftig über die Kommunen laufen soll.

Beim Kreis Recklinghausen wird die Terminvergabe noch selbst organisiert. Das gilt zurzeit für die Impfungen der Rettungsdienste, der mobilen Pflegedienste und der medizinischen Praxen. Hierfür stehen im Impfzentrum in Recklinghausen der ganze Donnerstag und die Vormittage zur Verfügung. Geimpft wird in der Regel mit Astrazeneca. Nur für Menschen ab 65 Jahren, die in diesen Personengruppen aber selten anzutreffen sind, steht der Impfstoff von Pfizer und Biontech zur Verfügung.

Online-Portal soll bei Terminvergabe helfen

Noch klappt das gut, sagt Kreis-Sprecherin Lena Heimers. Man sei aber gerade dabei, eine Software einzusetzen. Die soll bei der Organisation der Termine helfen. „Nachdem die Priorisierungsliste vom Land erweitert wurde, war klar, dass es nur über Listen schwierig wird“, sagt sie. Es solls außerdem ein Online-Portal eingerichtet werden.

Vereinbart aber werden die Termine bislang nicht online, sondern im direkten Kontakt. „Bei den Arztpraxen hat die Kassenärztliche Vereinigung eine Abfrage gemacht, die Terminvereinbarungen aber laufen über uns“, so Lena Heimers. Beteiligt sind beim Kreis das Gesundheitsamt oder der Fachdienst Bevölkerungsschutz, der die Rettungsdienste koordiniert.

Dabei werden im direkten Kontakt, beispielsweise mit den mobilen Pflegediensten, gestaffelt Termine vereinbart, damit deren Einsatz immer gewährleistet bleibt. Dies geschieht auch mit Hinblick auf die Nebenwirkungen auf Astrazeneca, die sich bei vielen Geimpften zeigten und beispielsweise beim Rettungsdienst in Castrop-Rauxel zu Dienstausfällen führten.

Terminvergabe der nächsten Priorisierungsstufe noch ungeklärt

Wie es aussehen wird, wenn im Frühjahr die nächste Priorisierungsgruppe dran ist, steht noch nicht fest. Dabei handelt es sich dann um alle Menschen ab 70 Jahren oder mit schweren Vorerkrankungen und hohem Infektionsrisiko sowie bestimmten Kontaktpersonen. „Wir haben dazu noch keine Informationen vom Land“, so Lena Heimers.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung weiß nicht mehr. „Im Moment ist noch nicht klar, auf welche Weise, also mit welchem System, die Vergabe der Impf-Termine an die weiteren Priorisierungsstufen organisiert wird. Die Entscheidung trifft hier das NRW-Gesundheitsministerium“, teilt Pressesprecherin Vanessa Pudlo auf Anfrage mit.

In Dortmund könnte man diese Phase bereits im Blick haben. Nach einer zweiwöchigen Vorlaufphase soll Eventim für die Vergabe von Impfterminen zuständig sein. Das Unternehmen, das Karten für Konzerte und andere Veranstaltungen verkauft, erschließt sich so ein neues Geschäftsfeld. Erste Erfahrungen hat Eventim in Schleswig-Holstein gemacht. Dort lief die Vergabe von Terminen für Corona-Schutzimpfungen von Anfang an über den Ticketing-Experten.

Erfahrungen zeigen: Systeme sind schnell überlastet

Impftermine auch unter hoher Auslastung von Anfragen zu vermitteln, dazu sei das Unternehmen gut in der Lage, hatte ein Sprecher des dortigen Gesundheitsministeriums Anfang Februar der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärt.

Der Ansturm auf die Termine der Über-80-Jährigen in NRW hat gezeigt, wie schwierig es werden kann, wenn die nächste Gruppe der Impfberechtigten möglichst schnell Termine haben will. Da brachen am ersten Tag bereits die Leitungen der KVWL zusammen.

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Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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