Der Hochbunker in der Altstadt von Castrop-Rauxel. © Nora Varga
Architektur

Immobilien-Experte fordert für Castroper Hochbunker Probenräume und Paintball

In den nächsten Monaten wird ein Konzept für den Hochbunker und das Post-Gebäude in der Altstadt entwickelt. Wir haben mit einem Immobilien-Experten über mögliche Ideen gesprochen.

Fördermittel wurden genehmigt, die Bürger sollen sich beteiligen und Ende 2022 soll es ein Konzept für den Hochbunker und das Post-Gebäude in der Altstadt geben. Noch ist offen, was mit den Gebäuden passieren soll. Wir haben mit dem Immobilien-Experten Michael Dschaak von Uwe-Blase-Immobilien aus Castrop-Rauxel über die Gebäude gesprochen. Dschaak hat selbst jahrelang in der Altstadt gelebt und kennt den Immobilien-Markt in Castrop-Rauxel.

Große Gebäudekomplexe seien immer ein Problem. So sei es auch bei dem Post-Gebäude am Busbahnhof, erklärt Dschaak: „Das ist schwierig, im Einzelfall kommt es immer auf den Grundriss an.“ Je stärker ein Gebäude an die Bedürfnisse eines Unternehmens angepasst sei, desto komplizierter sei es, einen Nachmieter zu finden. Bei Gebäuden der Post treffe das häufig zu, sagt Dschaak. Der Stadt fehle ein Supermarkt, aber da die großen Anbieter eher auf Freiflächen neue Gebäude bauen, hält Dschaak eine Ansiedlung im Postgebäude für unrealistisch.

Das Postgebäude gegenüber dem Busbahnhof.
Das Postgebäude gegenüber dem Busbahnhof. © Nora Varga © Nora Varga

Noch schwieriger sei es mit dem Hochbunker. Mit gewöhnlichen Ideen wie Büroräumen oder Gewerbe komme man dort nicht weiter: „Das Einzige, was ich da an Gewerbe sehen würde, wäre vielleicht noch ein Tattoo-Studio, aber das reicht natürlich nicht für einen ganzen Bunker.“ Zwar gebe es einige gute Ideen für Wohnbebauung in Bunkern, so wurde der Hochbunker in Herne erfolgreich in eine Wohnanlage umgewandelt, aber der Normalfall sei das nicht.

Lasertag und Paintball

Wenn Dschaak überlegt, was Castrop-Rauxel noch fehlt, fällt ihm vor allem eines ein: Freizeitmöglichkeiten. „Wir haben Büroräume genug und in der Altstadt gibt es schon jede Menge Leerstände. Was Castrop-Rauxel braucht, ist etwas für die Freizeit.“ Dabei komme den Verantwortlichen der Bunker sogar zugute: „Man könnte dort Band-Probenräume einrichten. Auch Lasertag oder Paintball könnte ich mir gut vorstellen. Da muss man mutig sein.“

Bunker würden sich eigentlich auch für Diskotheken eignen. Die fehlenden Fenster sind kein Problem, weil es sowieso dunkel ist und die dicken Wände halten den Schall ab, aber dann seien häufig die niedrigen Decken ein Problem.

Ein Pluspunkt für die beiden gigantischen Gebäude sei allerdings die gute Anbindung. Mit dem Busbahnhof direkt vor der Tür und dem fußläufigen Bahnhof sei es für den ÖPNV ideal. „Auch für Autos ist das machbar. Wir haben auf dieser Seite der Altstadt nicht so ein extremes Parkplatz-Problem wie am Marktplatz.“

In den nächsten Monaten sollen Experten nun ein Konzept für die beiden Gebäude entwickeln. Die Bürger werden sich mit eigenen Ideen an dem Prozess beteiligen können.

Über die Autorin
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Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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