Landrat Bodo Klimpel begrüßte Brigitte Wiers aus Dorsten als erste Seniorin, die am Montag im Impfzentrum geimpft wurde. © privat
Coronavirus

„Ich habe fast nichts gespürt“: Dorstenerin (90) eröffnet Impfzentrum

Zum Start des Impfzentrums in Recklinghausen bildeten sich am Montag lange Warteschlangen. Und ganz vorne stand eine Frau aus Dorsten, die den ersten Termin ergattert hatte.

Landrat Bodo Klimpel persönlich empfing Brigitte Wiers am Impfzentrum. Die 90-jährige Dorstenerin hatte vor Wochen den allerersten Termin ergattert und ließ sich auch von der winterlichen Witterung nicht abhalten. „Über eine Stunde haben wir mit dem Auto von Wulfen-Barkenberg nach Recklinghausen gebraucht“, berichtete Vivian Wiers, die Tochter.

Lange Warteschlange vor dem Impfzentrum

Doch bis ihre Mutter dann endlich die erste Spritze gegen das Coronavirus bekam, dauerte es eine Weile. Vor dem Impfzentrum hatte sich schon eine lange Warteschlange gebildet. Viele Senioren hatten sich offenbar frühzeitig auf den Weg gemacht, um pünktlich zu sein.

„Die hatten ihren Termin teilweise deutlich später als wir“, erfuhr Vivian Wiers. Die alten Leute und ihre Begleitungen standen in der Kälte oder saßen auf Stühlen in einem unbeheizten Wartezelt. „Das ist sicherlich verbesserungswürdig“, meinte Vivian Wiers.

Die Organisation vor Ort bezeichnen Mutter und Tochter ansonsten aber als „top“. Die Wege zum Impfzentrum sind geräumt, sehr viel Personal kümmert sich in der Leichtbauhalle und auf dem 350 Meter langen Parcours mit sechs Stationen um die Impflinge. „Sie waren alle sehr nett“, sagt Brigitte Wiers. Ihre Tochter durfte die ganze Zeit dabei sein.

Ayse Spicker aus Rhade gab Brigitte Wiers die erste Impfung gegen das Coronavirus. © privat © privat

Und dann erlebte die Barkenbergerin eine Überraschung. Denn geimpft wurde sie ausgerechnet von einer Dorstenerin. Ayse Spicker aus Rhade gehört zu dem medizinischen Personal, das die Impfungen in den nächsten Monaten vornimmt. „Von dem Stich habe ich fast nichts gespürt“, freute sich die 90-Jährige.

Anstrengend war der erste Impfmarathon für ihre Mutter aber trotzdem, bemerkte Vivian Wiers. Das gilt wohl auch für die meisten anderen der 399 Senioren, die am Montag einen Termin in Recklinghausen hatten.

Wer den Weg wegen des Winterwetters nicht auf sich nehmen wollte, hat am Dienstag eine zweite Chance zur selben Uhrzeit. Das hat die Kreisverwaltung am Montag und nach einigen Irritationen in den letzten Tagen betont. Brigitte Wiers kommt erst am 5. März wieder – zur zweiten Impfung.

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Stefan Diebäcker

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