Hunderte Anrufe: Gesundheitsamt „nah an der Kapazitätsgrenze“

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Die Corona-Zahlen im Kreis steigen weiter. Wichtigste Anlaufstelle in der Krise: das Gesundheitsamt. Bei täglich mehreren Hundert Anrufen kommen die Mitarbeiter allerdings an ihre Grenzen.

Castrop-Rauxel

, 15.10.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Kreishaus in Recklinghausen glühen die Drähte – und das nicht erst, seitdem die Region offiziell als Corona-Risikogebiet gilt. Schon in den Wochen zuvor klingelten die Telefone im Gesundheitsamt beinahe ohne Pause. Dabei sind die vorhandenen Kapazitäten womöglich bald erschöpft.

Leitungen dauerhaft belegt

Das Corona-Infotelefon ist die zentrale Anlaufstelle im Kreishaus für alle Fragen rund um das Thema Corona. Schon bevor die neue und aktualisierte Schutzverordnung in der Nacht zum 1. Oktober in Kraft trat, sei das Anrufaufkommen im Gesundheitsamt konstant auf einem hohen Niveau gewesen, erklärt Kreissprecherin Svenja Küchmeister.

„Es gehen täglich knapp 600 Anrufe ein. Eine genaue Statistik führen wir zwar nicht, allerdings ist es so, dass alle Leitungen dauerhaft belegt sind. Sobald ein Telefonat beendet ist, klingelt es direkt wieder.“ Dabei geht es laut Küchmeister zumeist um die Themen „Reisen“, „Anmeldung zum Test für die Aufnahme in eine Pflegeeinrichtung“, „Corona-Fälle an Schulen“ und spezielle Dinge wie „Hat das Schwimmbad noch geöffnet?“.

Dabei seien die Telefonate an der Info-Hotline unabhängig von den Gesprächen, die im Gesundheitsamt in der Kontaktpersonen-Nachverfolgung erforderlich sind. Anders als bei der Bestimmung von Kontaktpersonen gehe es am Infotelefon darum, den Menschen mit allgemeinen Hinweisen zu bestimmten Vorgehensweisen, Verordnungen und Regelungen behilflich zu sein.

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Doch gerade auch aufgrund der aktuellen Entwicklung kommt das Gesundheitsamt zunehmend an seine Belastungsgrenze. Es sei der Kreissprecherin zufolge bei voller Besetzung zwar möglich, bis zu 800 Telefonate am Tag zu bewerkstelligen, „von den technischen und personellen Möglichkeiten sind wir derzeit aber sehr nah an der Kapazitätsgrenze“, so Küchmeister.

Nicht vergleichbar mit städtischer Hotline

Um tatsächlich diese Anzahl an Anrufen ermöglichen zu können, müssten alle verfügbaren Kräfte einsatzbereit sein. „Das ist aber aufgrund von Urlaub, krankheitsbedingten Ausfällen oder auch dem zwingend erforderlichen Einsatz im eigentlichen Tätigkeitsfeld nicht ständig zu gewährleisten“, betont Küchmeister.

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Aufgrund der hohen Nachfrage bittet die Kreisverwaltung daher, auf vorhandene Informationsangebote zurückzugreifen oder die Informationen an den Stellen zu erfragen, um die es im jeweiligen Fall geht. „Die Betreiber der einzelnen Angebote können die besten Informationen darüber geben, welche Regelungen bei ihnen gelten“, so Küchmeister.

Weitaus weniger Anrufe verzeichnet die Corona-Hotline der Stadt Castrop-Rauxel. Hier geht laut Pressesprecherin Maresa Hilleringmann am Tag lediglich ein minimaler Bruchteil der Anrufe ein, die im Kreisgesundheitsamt auflaufen. Konkret seien es zwischen 0 und 5 Telefonate. Und darunter seien oft Personen, die eigentlich das Kreisgesundheitsamt kontaktieren wollten.

„Wenn es aber nicht gerade solche Anrufe sind, dann möchten die Bürger meistens wissen, unter welchen Voraussetzungen eine private Feier stattfinden darf, oder erfragen, wie man sich nach dem Kontakt zu einer infizierten Person zu verhalten hat“, erklärt Hilleringmann.

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