Herbstkirmes in der Altstadt fällt aus – „Das ist schon ein bisschen doof“

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Die Nachricht kam am Mittwoch: Die Herbstkirmes fällt 2020 aus. Eine Woche zuvor besuchte der Bürgermeister die Dortmunder Pop-up-Kirmes FunDoMio. Das Ergebnis: keine Chance für die Castroper Altstadt.

von Nora Varga, Joel Kunz

Castrop

, 15.07.2020, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch dieses Jahr wären die Castrop-Rauxeler auf der Herbstkirmes in der Castroper Altstadt von mehr als 60 Ausstellern unterhalten worden. Große Fahrgeschäfte waren geplant wie der Twister oder der Musikexpress. Aus all dem wird dieses Jahr nichts. Der EUV hat am Mittwoch (15. Juli) bekannt gegeben, dass die Kirmes im Corona-Jahr 2020 nicht stattfinden wird.

Eine Verschiebung der Kirmes sei nicht in Betracht gekommen, teilt Sabine Latterner vom EUV Stadtbetrieb mit: „Da das Land vorsieht, dass große Festveranstaltungen, zu denen auch Kirmessen zählen, bis mindestens Ende Oktober untersagt sind, fehlt die Planungssicherheit für einen Ausweichtermin zu einem späteren Zeitpunkt.“

EUV: Besucherströme hätten nicht kontrolliert werden können

Städte wie Werne im Kreis Unna überlegen, eine kleinere Variante der Kirmes anzubieten, die Stadt Dortmund stellte den Pop-Up-Freizeitpark FunDoMio auf die Beine. Doch das Areal in Castrop-Rauxel sei nicht gemacht für eine Alternative. Es handele sich schließlich um eine „offene Veranstaltungsfläche in der Altstadt, die nicht begrenzt/eingezäunt werden kann“.

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Der EUV hätte die Besucherströme so weder zählen noch registrieren können. Die Kirmes wird nach Angaben des EUV Jahr für Jahr von 6000 bis 8000 Personen besucht, die in der Altstadt nicht geleitet werden können.

Die Castrop-Rauxeler reagierten am Mittwoch mit gemischten Gefühlen auf die Absage – mal gleichgültig, mal bedauernd. Besonders die Kinder zeigten sich enttäuscht. So auch Mia und Vicki. „Das ist so schade, dass die Kirmes dieses Jahr nicht stattfindet. Wir waren immer dort – jedes Jahr! Am liebsten mochten wir das Karussell oder das Enten-Angeln, das geht dieses Mal leider nicht.“

Auch Jano (10) und Jonathan (9) finden es schade, dass die Herbstkirmes nicht stattfindet. „Es ist schon ein bisschen doof, die Kirmes war immer toll mit den ganzen coolen Fahrgeschäften“, sagt Jano. Er versteht das mit der Absage aber auch, denn man müsse aufpassen wegen des Coronavirus. Jonathan fügt zu: „Die Kirmes hat immer sehr viel Spaß gemacht, es roch dort immer so gut und das Fahrgeschäft mit der Raupe war klasse.“

Verständnis für die Absage

Das Rentner-Ehepaar Rudi und Ingrid Rauch hält die Absage für richtig – der Vorsicht halber. „Man hätte die Kirmes auch mit Auflagen stattfinden lassen können, aber das hätte keinen Sinn gehabt“, sagt Rudi Rauch. „Dann müsste man ja aufpassen, dass nicht zu viele Leute gleichzeitig die Kirmes besuchen und dann wäre das ja auch nicht das Wahre mit so wenigen Leuten.“

Auf die Herbstkirmes müssen die Castrop-Rauxeler in diesem Jahr verzichten.

Auf die Herbstkirmes müssen die Castrop-Rauxeler in diesem Jahr verzichten. © Lynn Pies (Archiv)

Seine Frau Ingrid fügt hinzu: „Aber uns betrifft das alles nicht mehr wirklich, auch Enkel haben wir keine, mit denen wir die Kirmes hätten besuchen können.“

Bürgermeister Kravanja hatte vor einigen Tagen den Dortmunder Pop-Up-Freizeitpark FunDoMio besucht und dort mit den Ausstellern gesprochen. „Kann eigentlich unter Coronabedingungen eine Kirmes stattfinden und schaffen wir es dann auch in Castrop“, fragte er auf seinem Facebook-Kanal.

Das hätte man bei einem Besuch in Dortmund mit den Schaustellern diskutiert. Das Fazit ist, so Kravanja auf Facebook, dass es leider in Castrop unter den aktuell gegebenen Bedingungen nicht möglich ist, in Dortmund an den Westfalenhallen aber sehr wohl und gut funktioniert.

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