HambiPotter demonstriert am Hambacher Forst - und plant seine Zukunft in Castrop-Rauxel

dzAlte Eiche

Facebook-Nutzer fürchteten am Wochenende bereits, dass HambiPotter die Eiche für immer verlassen habe. Doch der Aktivist hat bereits weitere Pläne für Castrop-Rauxel. Er hat sie uns verraten.

von Joel Kunz

Castrop-Rauxel

, 10.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der wahrscheinlich bekannteste Umweltaktivist in Castrop-Rauxel, Johannes alias HambiPotter, hat am Wochenende kurzzeitig sein Lager auf der Alten Eiche verlassen. Facebooknutzern aus Castrop-Rauxel ist aufgefallen, dass sein Lager jedoch noch steht. Einige befürchteten, dass HambiPotter einfach abgereist sei, ohne seine Lagerbauten zu entfernen und warfen ihm Doppelmoral vor. Doch er war nur auf einer Heimatexkursion, wie er sagt - am Hambacher Forst.

Demonstration für Rückkehr der Dorfbewohner

Rund um das Dorf Morschenich, das für den Braunkohletagebau Hambach abgerissen werden sollte, hat er am Samstag am sogenannten „Dorfspaziergang“ teilgenommen. Viele Aktivisten haben für eine Rückkehr der Bewohner in das Dorf und gegen die Rodung des angrenzenden Waldes demonstriert.

Anschließend nutzte HambiPotter die Gelegenheit und traf sich mit seinen ehemaligen Mitstreitern im Hambacher Forst, den Johannes liebevoll seine „alte Heimat“ nennt.

Dort nahm er an der wöchentlichen Aktion „Küche für Alle“ teil. Auch den Gedenkschrein für den 2018 verunglückten Journalisten Steffen M. habe er besucht.

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„Ich habe endlich mal wieder richtig gut schlafen können“

Das Nachtquartier hat er in einem der vielen Baumhäuser im Wald bezogen. „Es war schön, zuhause endlich wieder in einem richtigen Bett zu schlafen“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Die Hängematte in der Alten Eiche sei hin und wieder doch etwas unbequem geworden. Daher war er sehr dankbar, spontan eine Nacht bei seinen alten Freunden in einem Baumhaus im Hambacher Forst zu verbringen.

In den nächsten Tagen will er zu seinem angestammten Platz in Castrop-Rauxel zurückkehren. Die Alte Eiche wird er auch trotz Beginn des Bestandsschutzes Anfang März nicht verlassen. Johannes plant, sich auch weiterhin in der Nähe der Eiche niederzulassen, um sie so nie aus dem Blick zu verlieren.

„So schnell bin ich aus Castrop-Rauxel nicht wegzukriegen“

„Es gibt noch sehr viel zu tun in Castrop-Rauxel und der ganzen Region“, sagt er. Zunächst gelte es, weiter gegen das Kohlekraftwerk Datteln 4 und den Bau der Umgehungsstraße B474n in Waltrop vorzugehen. Auch das Castrop-Rauxeler Klimabündnis und die hiesigen Fridays for Future-Aktivisten will Johannes weiter unterstützen. Darüber hinaus will er weiter in der Lokalpolitik und der WERA-Kirchengemeinde in Castrop aktiv bleiben.

„Ich habe noch viele Projekte auf dem Plan, bei denen es was zu tun gibt“, sagt Johannes und lacht: „So schnell bin ich hier erstmal nicht wegzukriegen.“

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