Bochumer JVA-Ausbrecher ist am Mittwoch immer noch auf der Flucht

dzGefängnisausbruch

Von dem Ausbrecher, der am Donnerstag aus der Bochumer JVA geflohen ist, gibt es auch am Mittwoch noch keine Spur. Die Polizei sucht weiter und setzt auf ein zweites Bild von dem Mann.

Castrop-Rauxel, Bochum

, 17.08.2019, 12:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Update Mittwoch, 21.8., 11 Uhr:

Nach dem Ausbruch am vergangenen Donnerstag hat eine erste Untersuchung der Justizvollzugsanstalt ergeben: Das Oberlicht, über das der 42 Jahre alte Gefangene auf ein Vordach klettern und so auf den Sportplatz gelangen konnte, hätte vergittert sein müssen. Das erklärte JVA-Sprecherin Candida Tunkel am Montag.

Auch am Mittwoch gibt es immer noch keine Spur von dem 42-Jährigen. Derweil hat die Polizei jetzt noch ein zweites Foto von Aleksander Erceg zur Fahndung freigegeben. Es zeigt den Ausbrecher im Jahr 2014 mit kurzen Haaren.

Update Sonntag, 18.8., 12 Uhr:

Von der Polizei in Bochum und von der Justizvollzugsanstalt Krümmede in Bochum gibt es nach wie vor keine Neuigkeiten: Der 42-jährige Ausbrecher, der am Donnerstagabend über eine fünf Meter hohe Mauer entkommen konnte, ist immer noch auf der Flucht.

Stand Samstag, 1.8., 17 Uhr:

Ein 42-jähriger Häftling ist am Donnerstag aus der JVA Krümmede an der Bochumer Straße entkommen. Wie der Bochumer Polizeisprecher Frank Lemanis am Samstagmittag gegenüber unserer Redaktion bestätigte, sei man nach wie vor unter Hochdruck dabei, das Umfeld des Geflohenen zu untersuchen. „Wir hoffen, darüber Aufschlüsse über seinen Aufenthaltsort zu bekommen“, so Lemanis.

Die Bochumer Polizei handelt seit Donnerstagabend mit Hubschrauber, Hunden und vielen Einsatzkräften nach dem 42-jährigen Aleksander Erceg, der eine Haftstrafe bis 2021 zu verbüßen hat wegen Diebstahls, gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubes.

Bochumer JVA-Ausbrecher ist am Mittwoch immer noch auf der Flucht

Die Polizei sucht mit diesem Foto nach einem entflohenen Häftling. © dpa

Die Staatsanwaltschaft Essen hat erklärt, dass der Flüchtige an einem Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft in Köln beteiligt gewesen sein. Für seine Beteiligung an dem Raub, bei dem er bewaffnet gewesen sein soll, wurde er 2012 verurteilt. Ob er aktuell über eine Waffe verfügt, kann die Polizei nicht sagen.

Frank Lemanis: „Wir hoffen, dass wir schnell Zugriff auf den Mann bekommen, das kann aber auch eine ganz schwierige und langwierige Geschichte werden.“ Denn der Gesuchte stammt aus Serbien. Ob es ihm schon zu Beginn der Flucht gelingen konnte, unterzutauchen und über die Grenze ins Ausland zu gelangen, ist offen.

Täterbeschreibung

  • Circa 1,75 Meter groß, schlanke, drahtige Figur
  • braune Augen
  • schulterlange nach hinten gegelte braune Haare
  • Tätowierungen am Oberkörper und an beiden Oberarmen

Um die rund fünf Meter hohe Mauer zu überwinden, hatte der Häftling Teile eines Metallgestänges, das als Halterung für Turnmatten diente, zu einer langen Stange zusammengeschraubt, die er dann in einem Container für Sportgeräte versteckte.

Während am Donnerstagabend zwei bewachte Häftlings-Gruppen in der Halle trainierten, habe der 42-Jährige sich zum Duschen abgemeldet, schilderte Gefängnissprecherin Candida Tunkel.

In Wirklichkeit sei der etwa 1,75 Meter große, durchtrainierte Mann dann aber durch ein Oberlicht im zweiten Stock auf ein Vordach geklettert und zum Sportplatz gelaufen.

Dort holte er wohl seine Stangenkonstruktion aus dem Container und erklomm damit die Mauer. Zum Schutz vor dem Stacheldraht hatte er überdies eine Kunststoffmatte an der Stange befestigt. Dann sprang er zur anderen Seite fünf Meter tief in die Freiheit und entkam zu Fuß.

Zum Zeitpunkt seiner Flucht waren die fünf Überwachungstürme der JVA Krümmede im benachbarten Bochum wegen einer Asbestsanierung komplett unbesetzt. Das hat dem flüchtigen 42-Jährigen scheinbar erst die unbemerkte Flucht ermöglicht. Das Justizministerium untersucht den Fall.

Die Gefängnisleitung wolle jetzt überlegen, wie man die ohnehin strengen Sicherheitsregeln noch weiter verbessern könne, meldete jetzt die Bild-Zeitung. JVA-Leiterein Karin Lammel: „Der Fluchtplan war aber überaus überraschend. Der Vollzug des Häftlings lief eigentlich gut.“

In ganz NRW sind in den letzten neun Jahren 10 Häftlinge entkommen. Vier davon in Bochum.

Mit Material von dpa

Bochumer JVA-Ausbrecher ist am Mittwoch immer noch auf der Flucht

Ein Foto des Aleksander Erceg aus dem Jahr 2014. © Polizei Bochum


Infotelefon

Die Polizei Bochum hat ein Hinweistelefon eingerichtet: Es ist unter der Rufnummer (0234) 909-7500 zu erreichen.
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