Christoph Gundermann (55) kommt nach Castrop-Rauxel. Der Pfarrer, gebürtiger Lüner, ist derzeit im 18. Jahr in einer Pfarrei im Sauerland tätig, zu der zwölf Gemeinden gehören. © Gundermann
Katholische Kirche

Gundermann folgt auf Grohsmann: Neuer Pfarrer für St. Lambertus steht fest

Dieser Herbst bringt für die sechs katholischen Kirchengemeinden im Süden Castrop-Rauxels einen Einschnitt. Pastor Grohsmann geht. Am 1.10. startet ein neuer Pfarrer, der aus dem Sauerland kommt.

Dass Winfried Grohsmann die Gemeinde St. Lambertus und den Pastoralverbund Castrop-Rauxel Süd verlässt, steht seit einigen Wochen fest. Über Ostern hat sich jetzt seine Nachfolge geklärt: Nach einem Anruf aus dem Erzbistum Paderborn kurz vor den höchsten christlichen Feiertagen verkündete der Neue seinen Abschied aus seiner alten Gemeinde im Sauerland.

Ostermontag kündigte Christoph Gundermann (55) in seinen Gemeinden des Pastoralen Raums Lennestadt an, dass er dort nach 18 Jahren die Segel streicht. Gundermann stellte sich schon vor einigen Wochen dem pastoralen Team der sechs Castrop-Rauxeler Gemeinden vor und entschied sich danach für eine Bewerbung auf die offene Stelle.

Der 55-Jährige begründete das unter anderem damit, dass er sich im Alter nicht mehr vorstellen kann, die große Pfarrei im Sauerland mit zwölf Gemeinden, verteilt auf 43 Dörfer (Elspe, Oedingen, Altenhundem…) rund um Lennestadt zu betreuen. Der Zusammenschluss fand 2013 statt und wurde von Gundermann selbst begleitet. Doch die Wege seien weit, die Aufgabe groß, sagt er.

Vorfreude auf städtischen statt ländlichem Raum

Jetzt freue er sich darauf, in sechs Gemeinden in einer Stadt, nicht mehr auf dem Land zu arbeiten. Zwar gibt es keine direkte Verbindung von Gundermann zu Castrop-Rauxel, aber seine Wurzeln liegen im Ruhrgebiet: Er wuchs als Einzelkind in der Gemeinde Herz-Jesu Lünen auf, machte dort 1985 sein Abitur. Seine Eltern leben bis heute in der Stadt an der Lippe. Sein Vikariat absolvierte der Mann, der nach dem Abi ein Theologie-Studium in Paderborn aufnahm, im Dortmunder Nachbar-Stadtteil Bodelschwingh.

„Ich bin sehr kurzfristig zu der Entscheidung gekommen, weil ich mich in Lennestadt eigentlich sehr wohl fühle“, so Gundermann am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion. „Vor vier Wochen habe ich an den Wechsel noch gar nicht gedacht. Aber seit längerem trage ich mich mit der Überlegung, dass ich einen Raum in dieser Größe nicht bis zum Ruhestand leiten kann.“

Stellenausschreibung war der Auslöser

Er habe diesen Gedanken jahrelang vor sich hergeschoben. Die Ausschreibung der offenen Stelle in Castrop-Rauxel sei dann aber der Auslöser gewesen, sich zu bewerben: „Ich wusste sofort, dass das für mich passen könnte“, sagt der Priester. Das Ruhrgebiet, das Städtische, die Nähe zu seinen Eltern, die inzwischen über 80 Jahre alt sind, die kleinere Pfarrei: Das seien seine Hauptmotive gewesen.

Mit dem Pastoralteam in Castrop-Rauxel setzte er sich vor Wochen zusammen, um auszuloten, wie die Menschen hier ticken. „Das Gespräch war gut“, sagt er jetzt. „Wir haben Erwartungen und Vorstellungen ausgetauscht und kamen auf große Schnittmengen, wir waren alle sehr zufrieden.“ Danach habe er sich beworben. Es folgte ein Gespräch mit dem Personalchef des Erzbistums, der ihn gern in Lennestadt gehalten hätte. In der Karwoche hat der Personalverantwortliche ihn dann aber angerufen, um mitzuteilen, dass der Erzbischof ihn nach Castrop-Rauxel berufen habe.

„Ich heiße Gundermann, nicht Wundermann.“

Christoph Gundermann (55)

„Ich bin einer, der mit den Menschen gern gemeinsam glaubt“: So verstehe er sein Amt, sagt Gundermann. „Ich bin mit den Menschen Christ und für die Menschen Priester. Der Glaube soll uns stärken, wir wollen uns auf Christus ausrichten“, erklärt er im Telefonat mit unserer Redaktion.

Wie er die Kirche der Zukunft sehe und junge Leute für den Glauben begeistern wolle? „Ich heiße Gundermann, nicht Wundermann“, so der Priester: „Ein Zaubermittel, um junge Menschen für Kirche zu begeistern, gibt es nicht. Aber wer den Glauben leben möchte, den unterstütze ich gern dabei. Ich bin Person, das kommt von personare und heißt durchklingen. Durch mich soll das Wort Jesu Christi durchklingen.“

Seine neue Pfarrstelle tritt Christoph Gundermann am 1.10.2021 an. Wohin Winfried Grohsmann wechselt, steht noch nicht endgültig fest.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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