Fünf von zehn Grundschulen in Castrop-Rauxel haben keine eigene Schulleitung. Die Stellen werden erneut ausgeschrieben. So lange helfen sich die Schulen untereinander.

Castrop-Rauxel

, 31.08.2018, 08:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für 614 i-Männchen hat Donnerstag der viel zitierte Ernst des Lebens begonnen. Mit vielen lieben Wünschen von Angehörigen wie auch den Lehrerinnen und Lehrern und den Schulgemeinden der zehn Grundschulen in unserer Stadt, dass auch Spaß und Freude am Lernen dazugehören mögen. Beim Blick auf die vakanten Schulleiterpositionen allerdings hat die Bezirksregierung Münster keine guten Noten im Gepäck. „Es kumuliert gerade ein bisschen in Castrop-Rauxel“, sagt Sprecherin Ulla Lütkehermölle auf Anfrage unserer Zeitung.

Ein Problem, das allerdings nicht ganz neu ist. Schon im vergangenen Jahr konnten Leitungsaufgaben nur dank der Hilfe engagierter Rektorinnen und Konrektorinnen aus anderen Castrop-Rauxeler Grundschulen gehofft übergangsweise wahrgenommen werden. Und jetzt? Von zehn Grundschulen haben fünf eine reguläre eigene Leitung. Das sind die Wilhelmschule, Erich-Kästner-Schule, die Grundschule am Busch, die Marktschule und ganz neu die Grundschule Am Hügel.

Es gibt auch gute Nachrichten

Für fünf Schulen waren die Ausschreibungen eine Nullnummer. Für den Alten Garten wird es eine neue Ausschreibung geben, zudem für die Elisabethschule, für die Cottenburgschule, die Waldschule und die Lindenschule. „Zu welchem Zeitpunkt kann ich noch nicht sagen“, erklärt Ulla Lütkehermölle. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Eben die von der Grundschule am Hügel, wo die Stellenbesetzung laut Schulrätin Marita Wrocklage so gut wie durch ist. Patricia Anders war dort bereits zwei Jahre als Konrektorin tätig.

Grundschulen suchen verzweifelt nach einem Schulleiter

Bei der Grundschule Am Hügel in Castrop ist die Stellenbesetzung so gut wie durch. © Foto: Anissa Sawatzki

Die Elisabethschule, wo Katharina Overkott mit Ende des vergangenen Schuljahres in diesem Sommer ausgeschieden ist, hat mit Bernadette Schwirtz eine überaus erfahrene Konrektorin als kommissarische Leitung. „Wir sind ein erprobtes Team hier“, sagt Bernadette Schwirtz. Die 62-Jährige hat schon einmal wegen einer schweren Erkrankung Overkotts die Schule kommissarisch geleitet.

Die Schulen helfen sich untereinander

Am Alten Garten ist weiterhin Karin Gaudigs als kommissarische Leitung eingesetzt. Eine Prüfung vor einigen Monaten hat nicht mit dem gewünschten Ergebnis geendet. „Aber bei uns sieht es gut aus“, sagt die 56-Jährige. Die Grundschule Am Busch kümmert sich weiter mit einer kleinen Abordnung um die Lindenschule. „Wir schaffen das, auch deshalb, weil wir sehr gut organisiert sind“, sagt Schulleiterin Karin Blaton. Man brauche natürlich Rückhalt im Kollegium und gute Absprachen. Die Marktschule in Ickern kümmert sich weiterhin um die Cottenburgschule. Die Konrektorin ist auch auf Schwerin engagiert. „Da ist man aber schon hin- und hergerissen, wenn man an zwei Schulen im Einsatz ist“, sagt Schulleiterin Ute Lüdke.

Eine Lösung auf Dauer kann das Ganze natürlich nicht sein, weiß auch Marita Wrocklage. „Das ist nichts, was man länger anstrebt“, räumt sie unumwunden ein. Sie und mit ihr die Stadt verfüge an dieser Stelle über eine superstarke Damen-Riege. Ein bisschen Hoffnung setze sie auf die Weiterbildung für Lehrkräfte, die an Führungspositionen interessiert sind. Beim Lehrgang 2017 hätten sich immerhin 25 daran beteiligt. „Schulleitung ist ja kein Hexenwerk“, sagt Marita Wrocklage.

Das Problem gibt es nicht nur in Castrop-Rauxel

Und sie verweist darauf, dass sie in der Vergangenheit häufig sehr gute Erfahrungen mit Konrektorinnen gemacht habe, bis diese in die Leitungsfunktion hinein gewachsen seien. Auch Schuldezernentin Regina Kleff verweist darauf, dass sich die Schulen und Kollegien bei uns gegenseitig unterstützen. „Wir wissen um die Bemühungen der Schulaufsicht, alle vakanten Stellen zu besetzen und unterstützen, sofern es uns möglich ist“, sagt Kleff.

Im Übrigen ist der Leitungsmangel nicht nur ein Castrop-Rauxeler Problem, auch Gelsenkirchen etwa hat gegenwärtig daran zu knacken. Ganz allgemein gilt: Der Ruhrpott zählt trotz seiner Wandlung nicht zu den bevorzugten Zielen von ambitionierten Pädagogen.

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