Grüne distanzieren sich von Corona-Verhalten ihres Ratsmitglieds

Coronavirus

Die Castrop-Rauxeler Grünen haben sich am Wochenende noch mal mit ihrem Fraktionsmitglied Notburga Henke auseinandergesetzt. Sie hatte als einzige Anwesende im Rat aufs Masketragen verzichtet.

Castrop-Rauxel

, 14.12.2020, 08:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alle tragen Masken, Notburga Henke verhüllt Mund und Nase mit einem Tuch.

Alle tragen Masken, Notburga Henke verhüllt Mund und Nase mit einem Tuch. © Tobias Weckenbrock

Ratsfrau Notburga Henke war in der Ratssitzung am 3.12. in der Europahalle die einzige Person, die längere Zeit keinen Mund-Nasen-Schutz trug. Sie verhüllte phasenweise Mund und Nase mit einem feinen Stofftuch. Alle anderen rund 50 Ratsmitglieder, Verwaltungangehörige und Besucher trugen quasi durchgängig Schutzmasken.

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Henke hatte überdies persönliche Zweifel an der Gefahr des Coronavirus geäußert. Am Tag nach der Ratssitzung schickte sie eine E-Mail an die Redaktion mit Auszügen aus Statistiken, die belegen sollten, dass Sars-CoV-2 nicht tödlicher oder infektiöser ist als andere Viren. Beides hatte unter den anderen Ratsmitgliedern zum Teil Kritik hervorgerufen. Nach unserer Berichterstattung wurden von außerhalb sogar Rücktrittsforderungen laut.

„Jede Form von Schutzmaßnahmen richtig“

Vorstand und Fraktion der Grünen gehen nun auf Distanz zum Corona-Verhalten und den Corona-Äußerungen von Ratsfrau Notburga Henke. „Angesichts der dramatischen Infektionslage und der hohen Zahl an Todesopfern ist jede Form von Schutzmaßnahmen aus unserer Sicht vollkommen richtig“, schreiben der Ortsvorstand der Partei und der Fraktionsvorstand in einer Stellungnahme.

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„Da das Virus aktuell immer und immer wieder seinen Weg an Orte findet, wo es in seiner tödlichen Grausamkeit zuschlägt, müssen wir alles daransetzen, die Ausbreitung der Covid19-Infektionen einzudämmen. Daher treten auch wir dafür ein, dass alle Bürgerinnen und Bürger die AHA+L+A Regeln beachten sollten“, heißt es weiter.

Nicht zuletzt deswegen habe man bereits im Frühjahr als eine der ersten Organisationen in Castrop-Rauxel in Kooperation der Grünen Jugend mit dem „Internationalen Bildungs- und Kulturverein für Frauen“ Alltagsmasken erstellt und verteilt.

„Wir betrachten es als unverantwortlich“

Man setze beim Kampf gegen die Corona-Pandemie genauso wie beim Kampf gegen den Klimawandel darauf, dass die Politik auf die Wissenschaft hören und bei ihren Entscheidungen die Erkenntnisse der Wissenschaft berücksichtigen muss.

Und: „Da die Politikerinnen und Politiker unserer Stadt mit einem guten Beispiel vorangehen müssen, betrachten wir es als unverantwortlich, dass Notburga Henke überwiegend ohne oder mit nicht angemessener Mund-Nase-Bedeckung an der Ratssitzung teilgenommen hat. Ebenso missbilligen wir jegliche Corona verharmlosende Äußerung.“

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So wie die überwältigende Mehrheit der Menschen in Castrop-Rauxel betrachte man die Einhaltung aller Schutzmaßnahmen für die Funktionsträger der Grünen in Castrop-Rauxel „als selbstverständlichen Akt der Solidarität zum Schutz all derer, die unseren Schutz und unsere Solidarität jetzt besonders benötigen“.

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