220 Personen in Dorsten gelten aktuell als infiziert. © Martin Klose
Coronavirus

Grafiken zur Pandemie: Wo stehen Castrop-Rauxel und der Kreis?

Corona-Zahlen bestimmen seit Monaten unser Leben. Zum Jahresende schauen wir auf Grafiken für Castrop-Rauxel und den Kreis: Wie steht es um das Infektionsgeschehen? Wie hat es sich entwickelt?

Der Kreis Recklinghausen hat Mittwochmorgen eine Pressemitteilung geschickt. Inhalt: Heute können keine Corona-Infiziertenzahlen gemeldet werden. Technische Probleme seien schuld. Man hoffe, es klappt zu Silvester, wieder.

Wer hätte das vor einem Jahr gedacht? Dass der Kreis täglich Daten zum Corona-Geschehen meldet. Infiziertenzahlen, Genesene, Todesfälle. Und dass es schon eine kleine Nachricht ist, wenn es mal nicht funktioniert.

Aber die Zahlen sind immens wichtig für unser Leben, unseren Alltag. Sie zeigen, wie die Pandemie verläuft, ob sich sich die Lage entspannt oder verschlechtert. Von ihnen hängt es ab, ob Corona-Maßnahmen gelockert werden können oder verschärft werden müssen.

Wie sieht es derzeit im Kreis und in Castrop-Rauxel aus – auch im Vergleich zu den vergangenen Monaten?

Die Inzidenz: Zuletzt sank sie im Kreis

Ein Blick auf die Wocheninzidenz im Kreis lässt ein kleines Fünkchen Hoffnung keimen: Sie sinkt seit Tagen. Das heißt: Je 100.000 Einwohner im Kreis gibt es auf eine Woche bezogen weniger gemeldete Corona-Neu-Infektionen. Mittlerweile liegt der Wert wieder unter der 200er-Schwelle, ab der ein Gebiet als Hochrisikogebiet gilt, in dem noch schärfere Corona-Maßnahmen verhängt werden können.

Allerdings sieht man auch deutlich: Im ersten Lockdown waren wir lange von solch hohen Inzidenz-Werten entfernt. Und im Sommer lagen sie nur im einstelligen Bereich. Vergleichbar sind die Zahlen nur bedingt, da im Verlauf des Jahres nicht immer gleich viel getestet wurde. Auch angesichts der zuletzt sinkenden Zahlen weisen Experten zum Beispiel vom Robert-Koch-Institut (RKI) darauf hin, dass sie noch trügerisch sein könnten: Schließlich gingen über die Feiertage nicht so viele zum Arzt wie sonst und nicht alle Ämter hätten jeden Tag Daten gemeldet.


Aktuell Infizierte in Castrop-Rauxel

Bei der Zahl der aktuell in Castrop-Rauxel Infizierten hat es über die Feiertage dagegen wenig Bewegung gegeben. Nach einem starken Anstieg im Oktober sind die Zahlen zwischen Anfang November und Anfang Dezember wieder gefallen und dann erneut gestiegen. Zurzeit sind immer um die 200 bis 220 Menschen nachweislich infiziert gewesen. Zum Vergleich: Im Frühjahr waren es nie mehr als 50 und im Sommer gab es Tage, an denen gerade mal ein Castrop-Rauxeler oder eine Castrop-Rauxelerin als infiziert galt.

Todesfälle im Kreis Recklinghausen

Zu Mittwoch hat das RKI bundesweit zum ersten Mal mehr als 1000 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden melden müssen: 1129. Es wies allerdings auch darauf hin, dass die sehr hohe Zahl damit zusammenhängen könnte, dass Gesundheitsämter ihre Zahlen nachgemeldet haben.

Im Kreis Recklinghausen stieg die Zahl der Todesfälle über Weihnachten nur leicht. Davor allerdings stieg sie stark. An manchen Tagen im Dezember musste der Kreis zweistellige Werte melden. Zum Vergleich: Bis zum 27. Mai waren insgesamt 38 Menschen im Kreis an oder mit Covid 19 gestorben, es dauerte bis zum 20. Oktober, ehe zehn weitere Fälle hinzukamen.

Infizierte pro 10.000 Einwohner im Kreis (Inzidenz)

Und zum Abschluss noch eine Momentaufnahme: Wie schon während der ganzen Pandemie sind die Städte im Kreis unterschiedlich stark von Corona betroffen. Das zeigt sich auch Ende des Jahres. Haltern am See hat derzeit – auf die Einwohnerzahl gerechnet – die wenigsten Neu-Infizierten binnen einer Woche. Datteln die meisten. In Castrop-Rauxel, das lange eher im Mittelfeld lag, stieg der Wert zuletzt.

Unterschiedliche Zahlen

Für die Tabellen diese Artikels haben wir auf Zahlen des Kreises Recklinghausen zurückgegriffen, da nur der Kreis die Werte für einzelne Städte ausweist. Rechtlich ausschlaggebend für Corona-Maßnahmen sind die Inzidenzen, die das Landeszentrum für Gesundheit meldet. Sie unterscheiden sich immer etwas von denen des Kreises. Meist aber nicht gravierend.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Ist fürs Journalistik-Studium vor 20 Jahren nach Dortmund gezogen und hat danach jahrelang in der Nachrichtenredaktion gearbeitet. Lebt schon lange im Dortmunder Westen und freut sich, hier und in Castrop-Rauxel auch journalistisch unterwegs zu sein.
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Natascha Jaschinski

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