Covid-19-Patienten gibt es im Kreis Recklinghausen derzeit rund 190. Anfang Januar waren es noch 256. Auf den Intensivstationen liegen 34. 20 von ihnen werden aktuell invasiv beatmet. © dpa
Coronavirus

Grafiken zeigen, wie es um die Zahl der Intensivbetten bestellt ist

Wie viele Betten auf den Intensivstationen in den Krankenhäusern des Kreises Recklinghausen sind frei? Das ist eine hoch relevante Zahl in der Corona-Pandemie. Grafiken geben Aufschluss.

Das zentrale Ziel, auf das man sich bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland verständigt hat, ist, das Gesundheitssystem nicht zu überfordern. Der entscheidende Gradmesser dafür ist die Intensivbetten-Kapazität in Kliniken. Unsere Grafiken zeigen, wie es im Kreis Recklinghausen aktuell aussieht.

Im sogenannten DIVI-Intensivregister tragen Kliniken in ganz Deutschland, die über Intensivstationen verfügen, ihre aktuelle Auslastung seit Monaten täglich ein. Die Politik initiiert im Verlauf der ersten Welle der Corona-Pandemie dieses Monitoring, um einen Überblick über die Lage zu haben.

Verzeichnet sind im Kreis Recklinghausen 14 Klinikstandorte mit 15 Meldebereichen. Sie verfügen in Summe über um die 230 Betten auf Intensivstationen. Diese Gesamtzahl schwankt über die Wochen leicht zwischen 249 (Maximalwert) und 224 (bisheriger Mindestwert). Aktuell (Stand 12.1.) sind 231 verfügbare Betten gemeldet.

Warnstufe Gelb: Knapp 14 Prozent der Betten sind frei

Von diesen 231 Betten sind aktuell 199 als belegt verzeichnet. 32 Betten (13,9 Prozent) sind also noch frei, im Durchschnitt etwa zwei pro Standort. In der DIVI-Statistik bedeutet das die gelbe Warnstufe: Hier wird auf einer Deutschlandkarte bei einer Quote von 10 bis 25 Prozent freier Intensivbetten der Kreis Recklinghausen schon seit Monaten durchgehend gelb angezeigt. Rot wird die Fläche bei unter 10 Prozent freien Betten, grün bei über 25 Prozent.

Auf den Intensivstationen im Kreis Recklinghausen werden demnach derzeit 34 Patienten mit Covid-19-Erkrankung behandelt. Ende Oktober waren das 13. Ende November 29. Mitte Dezember und Anfang Januar phasenweise bis zu 39 Patienten. Derzeit sind es 34 Personen. Insgesamt liegt die Zahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern laut Kreis-Gesundheitsamt bei 193 (Stand 13.1. / 1. Januar: 256), also 160 Personen nicht auf Intensivstationen.

Bis zu 24 Patienten gleichzeitig an Beatmungsgeräten

Verzeichnet im Register ist auch die Zahl der invasiv beatmeten Patienten. Das sind die schwerst erkrankten, bei denen Sauerstoff aus einem Gerät über eine Intubation zugeführt und Kohlendioxid ausgewaschen, also die eigene Atmung maschinell stärker unterstützt wird. Von den 34 Covid-Patienten betrifft das derzeit 20 Personen. Der gemeldete Höchststand lag bei 24 Personen, Ende Oktober waren es 4, Ende November 18.

Fazit: Die Krankenhäuser sind derzeit auf den Intensivstationen stark ausgelastet, aber nicht überlastet. Die zweite Welle der Pandemie seit November lässt sich deutlich ablesen. Am stärksten war sie Mitte Dezember und Anfang Januar. Seither geht die Auslastung leicht zurück. Das muss nicht immer ein gutes Zeichen sein: Patienten verlassen die Intensivstationen entweder durch fortschreitende Heilung – oder durch den Tod. Von den 370 Toten im Kreis Recklinghausen seit Ausbruch der Pandemie starben seit November mehr als 300.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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