Zwei Menschen sind in Castrop-Rauxel an den Folgen des Corona-Virus gestorben. © Martin Klose
Coronavirus

Grafiken zeigen: So verteilen sich Corona-Infizierte übers Stadtgebiet

Wo leben die meisten Menschen in Castrop-Rauxel, die mit Corona infiziert sind? Die Stadtverwaltung hat der Redaktion nun Zahlen vorgelegt, die an einem Tag stichprobenartig eine Antwort geben.

Das Coronavirus ist in Castrop-Rauxel viel stärker verbreitet als im kompletten Umland. Der Kreis Recklinghausen mit seinen neun anderen Städten, Dortmund, Bochum und Herne: Überall geht es ruhiger zu als in der Europastadt. Wer in den Kreis Coesfeld schaut, der findet dort Inzidenzen weit unter 50, während Castrop-Rauxel noch immer bei 150 liegt.

Am 21. Januar gab es in der Europastadt genau 251 Infizierte, die beim Gesundheitsamt des Kreises gemeldet waren. Der Donnerstag liegt nun schon zehn Tage zurück, aber der Blick auf die Zahlen gibt doch in einigen Teilen Aufschluss. Die zentrale Erkenntnis könnte demnach sein: Das Infektionsgeschehen ist diffus.

Oberflächlich ließe sich sagen: In Ickern gibt es mit 48 die meisten Infektionen, es folgenCastrop und Rauxel mit je 34, dann Obercastrop (30), Habinghorst (28) und Schwerin (25). Am wenigsten betroffen sind Pöppinghausen und Beringhausen mit je nur einer Infektion.

Aufschlussreichwerden die Daten aber erst, wenn man die Einwohnerzahl der Stadtteile in die Betrachtung mit einbezieht: Denn Ickern (15.372 Einwohner) ist der größte und hat fast 20 Mal so viele Einwohner wie Pöppinghausen (780).

Nur eine Quote könnte weiter helfen

Demnach hilft möglicherweise die Berechnung einer Quote, um zu einer Einschätzung zu kommen: Wie viele Infizierte gibt es, bemessen an der Gesamtbevölkerung? Dabei kommt stadtweit für den 21.1. eine Quote von 0,33 Prozent an akut Infizierten heraus. Der größte Ortsteil Ickern liegt mit seinen 48 Infizierten damit knapp unter dem Durchschnitt. Behringhausen ist nach dieser Statistik an jenem Tage „Corona-Meister“ in Castrop-Rauxel, während im Dorf Dingen und im Stadtteil Obercastrop die Gefahr einer Ansteckung rein statistisch betrachtet am höchsten liegt.

Daraus richtige Schlüsse ziehen ist schwer, denn es lässt sich keine statistische Signifikanz auf Ebene dieser Stadtteile ableiten. In abgelegenen Ortsteilen mit eher lockerer Bebauung gibt es eher höhere (Dingen) ebenso wie geringere Raten (Pöppinghausen). In eher verdichteten Stadtteilen wie Castrop, Ickern, Habinghorst oder Rauxel lassen sich eher Durchschnittswerte ablesen. Merklinde (eher stark verdichtet) liegt überm Durchschnitt, während das benachbarte und eher locker besiedelte Bövinghausen, in dem sich viele Bewohner selbst als Teil von Merklinde sehen, deutlich unterm Durchschnitt liegt.

Es lässt sich nur eines sagen, nämlich in den Worten von Stadtsprecherin Julia Schulze, „dass die Verteilung der Infizierten ungefähr mit der Verteilung der Einwohner*innen in den Stadtteilen korreliert“. Oder wie Bürgermeister Rajko Kravanja betont: Es gibt ein diffuses, nicht auf einzelne Hotspots eingrenzbares Infektionsgeschehen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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